Erster Mitbürger mit 100. Geburtstag

Einmaliges Ereignis: 100. Geburtstag

In der vergangenen Woche durfte Karl Fleisch aus Hornstein auf 100 Lebensjahre zurückblicken. Eigentlich war ein großes Fest geplant, welches aufgrund der derzeitigen Umstände aber ausfallen musste. Nichts desto trotz ließen es sich einige Gratulanten nicht nehmen, ihre Glückwünsche „über den Gartenzaun“ zu überbringen. Eine große Überraschung war beispielweise der persönliche Besuch unseres Ehrenbürgers und Bürgermeister a.D. Paul Mayer. Ohne große Umschweife wurden sogleich alte Anekdoten ausgetauscht, z.B., als der damalige Feuerwehrkommandant Karl Fleisch dem Bürgermeister eines Samstags meldete, in der Gemeinde Hornstein komme kein Trinkwasser mehr aus der Leitung. Bürgermeister Jochen Fetzer überbrachte die Glückwünsche des Ministerpräsidenten und der Landrätin sowie der ganzen Gemeinde zu diesem einmaligen Jubiläum. Noch kein Bürger der Gesamtgemeinde hat das 100. Lebensjahr erreicht. Neben einigen historischen Dokumenten aus dem Jahr 1920 schenkte die Gemeinde dem Jubilar einen Apfelbaum mit Widmung, welcher am Lieblingsplatz von Herrn Fleisch, neben dem Hornsteiner Wasserreservoir, gepflanzt wurde. Die dortige Bank wurde vom Jubilar sogleich getestet (Bild). Die kleine gärtnerische Anlage und die Baumpflanzung wurden von der Firma Zwick unter Mithilfe des Bauhofs hergestellt.

Karl Fleisch ist ein echtes Hornsteiner Original, denn er wurde hier geboren. Nach Abschluss der Volksschule besuchte er die landwirtschaftliche Fachschule. Wie die meisten Männer in dieser Zeit wurde er zur Wehrmacht einberufen und war in Frankreich und Russland eingesetzt. Ihm gelang die Flucht aus der Kriegsgefangenschaft. Im Jahr 1950 übernahm er den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb und heiratete ein Jahr später Sofie Maier aus Hitzkofen. Die Ehe hielt 65 Jahre, bevor Frau Fleisch im Jahr 2016 verstarb. Aus der Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor. Deren Ehepartner sowie sechs Enkel und drei Urenkel vervollständigen die Familie.

Einen wichtigen Bestandteil des Lebens von Karl Fleisch nahmen ehrenamtliche Tätigkeiten ein. So diente er 49 Jahre der Freiwilligen Feuerwehr, wovon er 37 Jahre als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hornstein vorstand. Außerdem war er 10 Jahre lang stellvertretener Kommandant der Gesamtwehr von Bingen. 1986 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet und Ehrenkommandant von Hornstein. Von 1947 an vertrat er knapp 30 Jahre die Belange der Bürgerschaft in den Gemeinderäten der selbständigen Gemeinde Hornstein und nach der Eingemeindung der Gemeinde Bingen. Weitere Ehrenämter waren das Amt des landwirtschaftlichen Ortsobmanns, des Aufsichtsrats der Raiffeisenbank Bingen und als Beirat der Volksbank Saulgau sowie als Vorstandsmitglied der örtlichen Milchverwertungsgenossenschaft. Zuletzt widmet sich Karl Fleisch dem Rentnertreff von Bingen. Hier übte er sieben Jahre das Amt des Kassierers und acht Jahre das Amt als erster Vorsitzender aus.

Heute erfreuen ihn tägliche Spaziergänge in Richtung Hornstein Wasserreservoir oder in die Ruine. Die Natur und die Schöpfung sind für ihn ein unendlicher Quell der Freude.

 

Dorffest 2020 abgesagt

Momentan stellt sich für jeden Festorganisator die Frage, wie mit den geplanten Festen des Jahres 2020 umzugehen ist. Bis 03.05.2020 gilt auf jeden Fall noch ein grundsätzliches Versammlungsverbot. Wie es danach weitergeht ist noch unklar. Allerdings steht die Aussage der Bundesregierung im Raum, dass Großveranstaltungen bis 31.08.2020 auf jeden Fall verboten sind. Darunter fallen auf jeden Fall Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmenden. Das bedeutet, dass große Konzerte, Festivals, Volksfeste von dem Verbot erfasst sind. Da wir beim Dorffest mehr als 1000 Besucher erwarten, würde es unter das Verbot fallen.

Der Festausschuss hat deshalb nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung entschieden, das Dorffest 2020 abzusagen.

Mitteilung des Bürgermeisters zur Corona-Krise

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

genau vor vier Wochen begann mit der Schließung des Kindergartens und der Schule sowie weiterer öffentlichen Einrichtung der sogenannte Shutdown, also das Herunterfahren des öffentlichen Lebens. Die Einschnitte in unser Leben, in unseren Tagesablauf, sind unterschiedlich. Manche bangen um ihre Existenz, weil sie z.B. als Selbständige auf Einnahmen angewiesen sind, aber nicht arbeiten dürfen. Andere wiederum leisten Überstunden, um das System am Laufen zu halten. Was aber alle mehr oder weniger gleich trifft, sind die Einschränkungen in den persönlichen Kontakten zu anderen Menschen. Gerade an Ostern hat man diese Begegnungen schmerzlich vermisst – ganz abgesehen von lange ersehnten Urlauben oder Freizeitphasen.

Dass aber die Maßnahmen in Deutschland greifen, zeigen die Zahlen des Robert-Koch-Instituts ganz deutlich. Unser Land hat im Vergleich zu ähnlich dicht besiedelten Ländern weit weniger Tote zu beklagen. Offensichtlich haben unsere Verantwortlichen richtig gehandelt und unsere Einwohner sind diszipliniert genug, die Vorgaben auch mitzutragen. In Bingen sind nach einer anfänglichen Welle Mitte März mit über 10 Infizierten die Zahlen wieder merklich gesunken. Die meisten Infizierten konnten als geheilt aus der Quarantäne entlassen werden. Coronabedingte Todesfälle mussten in unserer Gemeinde glücklicherweise noch nicht beklagt werden. Ich danke deshalb allen, die durch ihr konsequentes Handeln zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Einen weiteren Dank möchte ich all denjenigen aussprechen, die die Infrastruktur zur Grundversorgung in unserer Gemeinde aufrechterhalten. Dazu gehören beispielsweise die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Lebensmittelgeschäften, dem Getränkemarkt, der Arztpraxis oder der Apotheke. Ich freue mich, dass wir diese Einrichtungen in Bingen noch haben und um einzukaufen nicht zwingend auswärts gehen müssen.

Es gibt nicht wenige, die die heutige Zeit als die schlimmste nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnen. Offen gesagt, halte ich den Vergleich nicht unbedingt für passend. Im Krieg gibt es „Gegner“, die gezielt Schaden anrichten. Unser heutiger „Gegner“ ist mit dem Coronavirus ein Teil der Natur. Und die Natur richtet sich nach bestimmten Gesetzen, z.B. dass Ansteckungen nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich sind. Wir alle können uns gegen diesen „Gegner“ wehren, wenn wir die Ansteckungswege abschneiden und besonders gefährdete Personengruppen, wie ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen stärker schützen. Es wird sicherlich noch eine Weile dauern bis wir das Kapitel komplett abschließen können und es wird – sofern Lockerungen kommen – auch noch eine weitere Welle mit Ansteckungen zu erwarten sein. Bleiben Sie deshalb geduldig und leisten Ihren Beitrag zu einer gesunden Gemeinde und zu einem gesunden Land.

Herzlichst

Jochen Fetzer, Bürgermeister

Hilfe für betroffene Betriebe

Corona-Krise – Hilfen für betroffene Betriebe

Die EU sowie die Bundes- und Landesregierung erarbeiten zurzeit Hilfsprogramme für Betriebe, die von der Corona-Krise betroffen sind. Es geht im wesentlichen um finanzielle Direkthilfen.

Die Wirtschaftsfördergesellschaft im Landkreis Sigmaringen (WIS) stellt derzeit auf der Internetseite www.wirtschaftsradar.net Informationen für ratsuchende Betriebe ein. Die Informationen betreffen in erster Linie die Sicherung der Liquidität, die Weiterbeschäftigung des Personals durch Kurzarbeitergeld, die Unterstützung für von Quarantäne betroffene Betriebe oder steuerliche Hilfen. Auch weitergehende Hinweise der Kammern oder anderer Einrichtungen sind auf der Interseite verlinkt. Dieser Service wird laufend erweitert.

Außerdem gibt es eine landeweite Corona-Hotline extra für Unternehmer unter der Rufnummer 0800 4020088.

Medizinisches und pflegerisches Personal gesucht

Medizinisches und pflegerisches Personal gesucht

Die medizinische und pflegerische Versorgung von kranken Menschen infolge der Corona-Virus-Pandemie stellt das medizinische und pflegerische Personal vor große Herausforderungen. Obwohl diese Versorgung im Landkreis derzeit sichergestellt werden kann, möchten wir für den Bedarfsfall Ärztinnen und Ärzte, sowie Pflegerinnen und Pfleger aktivieren können, deren Beschäftigungsverhältnis ruht (z.B. aufgrund von Elternzeit) oder die sich bereits im Ruhestand befinden.

Bitte melden Sie sich bei Ihrer Gemeindeverwaltung (Bürgermeister Fetzer).