Illegale Ablagerung von Eternitplatten

Im Gewann „Auf dem Hau“ wurde im Gemeindewald ein ganzer Stapel Eternitplatten entsorgt. Offensichtlich handelt es sich um das Resultat eines Schuppenabrisses. Da es sich bei dem Material um Sondermüll handelt, werden wir die Umweltstraftat verfolgen. Hierzu brauchen wir jedoch Anhaltspunkte zum Täter. Wer etwas gesehen hat, das zur Aufklärung der Sauerei dient, soll sich bitte auf dem Rathaus melden.

Mitteilung des Bürgermeisters zur Coronakrise

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

viele von Ihnen werden sich fragen, wann wir endlich wieder unbeschwert wie vor Corona leben können. Wir, Ihre Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landkreis Sigmaringen sowie unsere Landrätin Frau Bürkle haben uns hierzu auch beraten.

Während andere Länder nicht so schnell handelten und noch in der ersten Erkrankungswelle feststecken, haben wir vor der Sommerpause in diesem Jahr wieder Einrichtungen wie unsere Kindergärten und Schulen öffnen können.

Die zweite Erkrankungswelle nimmt jedoch zurzeit Fahrt auf. Sie kann nur dann auf einem kontrollierbaren Niveau gehalten werden, wenn alle ihren Beitrag dazu leisten. Entscheidend wird sein, dass Ansammlungen vieler Menschen nach Möglichkeit vermieden werden oder mit den uns bekannten Vorsichtsmaßnahmen ausgestattet sind.

In der kommenden Jahreszeit stehen Veranstaltungen bevor, deren Ziel die Begegnung miteinander ist. Hierzu gehören z.B. der Volkstrauertag, unsere Seniorenfeiern und Weihnachtsmärkte, Neujahrsempfänge im kommenden Januar bis hin zur Fasnet 2021. Diese Veranstaltungen können nicht wie bisher durchgeführt werden. Da andere Formen dieser Veranstaltungen deren jeweiligem Ziel nicht gerecht werden, haben wir uns gemeinschaftlich, Bürgermeister/-innen und Landrätin, dazu entschlossen, diese Veranstaltungen weitgehend abzusagen.

Der Volkstrauertag kann draußen in abgeänderter Form abgehalten werden. Seniorenfeiern in geschlossenen Räumen unter Einhaltung von Coronaregeln haben wir abgesagt. Gleiches gilt für Neujahrsempfänge. Unsere ehrenamtlichen Leistungsträger verdienen diese Empfänge. Die Art der Durchführung, wie ein solcher Empfang abgehalten werden könnte, wird unseren Ehrenamtlichen nicht mehr gerecht.

Viele Initiativen haben bereits die Weihnachtsmärkte gestrichen. Und obwohl wir uns gerne an die Narrentreffen, Bälle und Umzüge des vergangenen Jahres erinnern, haben verschiedene Narrenvereinigungen diese für die bevorstehende Fasnet bereits abgesagt. Wir halten dies in der kommenden Jahreszeit für richtig – auch wenn es schmerzt. Weihnachtsmärkte, Umzüge, Fasnetsbälle sind nicht durchführbar. Aus heutiger Sicht sind für die Fasnet in Abstimmung mit den Ortspolizeibehörden lediglich kleine, überschaubare Formate möglich. Mit den Verantwortlichen sind wir in engem Kontakt, ob und wie so etwas aussehen könnte.

Alle, die Veranstaltungen vorbereiten, benötigen einen entsprechenden Planungshorizont und Planungssicherheit für die Durchführung solcher Veranstaltungen. Die nahende Jahreszeit sorgt aber dafür, dass fast alle Aktivitäten nicht mehr an der frischen Luft, sondern wieder „drinnen“ stattfinden. Die jetzige Situation erfordert, dass wir mit so wenig Infektionen wie möglich durch den Winter kommen, damit Kindergärten, Schulen und Arbeitsplätze ununterbrochen besucht werden können.

„Gute Seeleute erkennt man bei schlechtem Wetter“, so lautet ein Sprichwort. Lassen Sie uns als Gemeinde, als Landkreis zusammenhalten, damit wir gemeinsam gut und möglichst unbeschadet durch diese Zeit kommen. Ich wünsche Ihnen liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger für die kommenden Herbst- und Wintermonate alles Gute, bleiben Sie bitte achtsam, wahren Sie Abstand und bleiben Sie gesund.

Herzlichst auch im Namen unserer Landrätin und aller Bürgermeister/innen im Landkreis

Ihr

Jochen Fetzer
Bürgermeister

Gewässerschau an der Lauchert

Das Wassergesetz Baden-Württemberg (WG § 32 Abs. 6) verpflichtet die Träger der Unterhaltungslast, in regelmäßigen Abständen eine Gewässerschau an den in ihrer Verantwortung liegenden Gewässern durchzuführen. Die Gemeinde Bingen ist auf ihrem Gemeindegebiet Träger der Unterhaltungslast für die Lauchert mit Nebengewässer. Deshalb führt Gemeinde Bingen am 26.10.2020 (Außenbereich) und am 27.10.2020 (Ortsbereich Bingen und Hitzkofen) gemeinsam mit dem Landratsamt Sigmaringen entlang der Lauchert eine Gewässerschau durch.

Eine Gewässerschau ist die Besichtigung eines Gewässers und bezieht die Ufer sowie das für den Hochwasserschutz und für die ökologische Funktion notwendige Umfeld mit ein. Sie dient dazu, Probleme und Gefahren festzustellen und deren Beseitigung einzuleiten. Gefahrenquellen können u. a. Ablagerungen wie beispielsweise Komposthaufen und Holzstapel oder die Lagerung von wassergefährdenden Stoffen in der Nähe eines Gewässers sein. Durch die Gewässerschau soll ein Beitrag zur Verringerung und Vermeidung von Hochwasserrisiken für die Anwohner der Lauchert in Bingen und Hitzkofen aber auch für die Unterliegergemeinden geleistet werden. Gleichzeitig sollen Beeinträchtigungen der ökologischen Funktionen des Gewässers beseitigt werden.

Am Dienstag, den 27. Oktober 2020 werden die Ortsbereiche Bingen und Hitzkofen besichtigt. Zur ordnungsgemäßen Durchführung der Gewässerschau kann es notwendig sein, Privatgrundstücke zu betreten. Grundsätzlich ist der Träger der Unterhaltungslast laut § 101 WHG dazu berechtigt, Grundstücke am Gewässer sowie Anlagen am Gewässer zu betreten. Wir bitten die Anwohner bzw. Anlieger um ihr Verständnis. Für Rückfragen wenden sie sich bitte an die Gemeindeverwaltung, Bürgermeister Jochen Fetzer.

Info an alle (potentiellen) Hallennutzer

Aufgrund der vorgeschriebenen Abstandsregelungen infolge der Corona-Pandemie verlegen wir das Wahllokal Bingen für die Landtagswahl am 14.03.2021 vom Rathaus in die Sandbühlhalle.

Das heißt, an dem o.g. Wochenende können in der Sandbühlhalle keine anderen Veranstaltungen stattfinden – wegen der Wahlvorbereitungen sind auch Freitag und Samstag vor dem Wahltermin belegt. Wir bitten dies bei der Terminplanung für 2021 zu beachten.

Fernwärme aus regenerativer Energie– brauch‘ ich das?

Auch wenn Sie im ersten Moment denken „Nein“, dann bitte ich Sie dennoch, sich den nachfolgenden Text durchzulesen.

Offen gestanden hatte ich die Antwort „Nein“ zunächst auch auf der Zunge. Ich habe doch eine funktionierende Heizung, bin (scheinbar) unabhängig, gehe noch ein bisschen in den Wald um Holz zu machen und fertig ist mein Heizkonzept. Warum also sich an einen Wärmelieferanten binden? Dann kam die Firma solarcomplex (Betreiber des Photovoltaikparks in unserem Gewerbegebiet) auf mich zu und zeigte die Vorteile eines Wärmenetzes auf. Meine Stimmung schlug um. Ein Gespräch mit dem Gemeinderat und eine Besichtigungsfahrt zu zwei bestehenden Heizzentralen brachten die einstimmige Erkenntnis: Das ist eine tolle Sache – wir unterstützen das Vorhaben und stellen sämtliche Straßen für die Verlegung von Heizleitungen zur Verfügung. Der Startschuss für das Projekt „regenerative Fernwärme in Bingen und Hitzkofen“ war abgegeben.

Vergangene Woche fanden in der Sandbühlhalle zwei Infoveranstaltungen statt, zu der die Gemeinde geladen hatte. Insgesamt nahmen mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger daran teil. Da die Firma solarcomplex im Bereich der Wärmeversorgung mit den Stadtwerken Sigmaringen kooperieren, trugen sowohl Jörg Dürr-Pucher von Solarcomplex als auch Oliver Dreher von den Stadtwerken das Konzept vor. Gemeinsam betreiben die beiden Firmen die Nahwärmegesellschaft Region Sigmaringen (NRS). Unter diesem gemeinsamen Dach laufen bereits Wärmenetze in Veringendorf und Storzingen sowie Planungen für Jungnau und Bauarbeiten in Hausen im Tal.

Die klare Botschaft war: Die Hausbesitzer unserer Gemeinde entscheiden mit Ihrem Votum, ob das Wärmenetz kommt oder nicht?

Nur, wenn es dichtes Netz von Abnehmern gibt, kann ein Wärmenetz rentabel betrieben werden. Hierzu werden rund 50% der Gebäude als Richtgröße genannt.

Was sind die Vorteile?

Bei genauerer Betrachtung liegen die Vorteile eines Wärmenetzes auf der Hand:

  • Ich brauche mich nicht mehr darum zu kümmern, ob meine Heizung läuft oder nicht. Das macht NRS für mich. Die Hauptsache ist: „Hinten kommt es warm raus“. Und wenn nicht? Dann rufe ich bei den Stadtwerken Sigmaringen an und man löst das Problem.
  • Mich interessieren auch die gesetzlichen Vorgaben nicht mehr. Wenn weitergehende Anforderungen, z.B. an den Schadstoffausstoß der Heizung gestellt werden, ist es Sache der NRS, dies umzusetzen. Mögliche Kosten einer Umrüstung sind mit dem vertraglich vereinbarten Preisgefüge abgegolten.
  • Apropos Kosten: Die NRS kann nicht die Preise gestalten wie sie will. Für die vereinbarte Grundpauschale sowie den kwh-Preis gilt eine Preisgleitklausel, welche sich aus der Inflationsrate und der Entwicklung des Holzpreises errechnet. Übrigens: Auch der Bau der Hausanschlussleitung ist im Monatspreis enthalten, sofern auch Wärme abgenommen wird. Den Kundinnen und Kunden entstehen also keine Anschlusskosten.
  • Da die Wärme über eine Hackschnitzelheizung und Sonnenkollektoren bereitgestellt wird, beteiligen Sie sich an einer fast 100%-igen regenerativen Energieform. Ein Öl-Spitzenlastkessel garantiert nur die Versorgungssicherheit. Das Holz kommt aus der Region, die Sonne vom Himmel – keine Abhängigkeit mehr von Entscheidungen öl- oder gasexportierender Länder, keine langen Transportwege der Energieträger bis nach Bingen.
  • „Jetzt habe ich aber doch erst meine Heizung auf Vordermann gebracht – da brauch ich noch lange keine Wärme aus dem Rohr“ – Richtig! Für solche Haushalte ist aber grundsätzlich eine Überlegung, bereits jetzt einen Rohrstrang ins Grundstück oder in den Keller mitverlegen zu lassen und mit dem Wärmebezug zu beginnen, wenn die eigene Heizung nicht mehr läuft. Für diese Fälle erhebt die NRS allerdings eine Kostenbeteiligung am Hausanschluss.

Eine weitere Überlegung drängt sich im Zusammenhang mit dem Bau von Wärmeleitungen auf: Es bietet sich die einmalige Gelegenheit, in die offenen Gräben Glasfaserleitungen oder auch Stromleitungen zu verlegen. Aus diesem Grund zeigte beim Infoabend Burghard Vogler von der BLS (Breitbandgesellschaft im Landkreis Sigmaringen) die Möglichkeit der Glasfaserverlegung bis in jedes Gebäude auf. Dadurch würde sich die Internetgeschwindigkeit deutlich erhöhen. Bingen macht so einen doppelten Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit.

Umfrage – Bitte ALLE mitmachen

Egal, ob Sie für oder gegen einen Fernwärmeanschluss sind oder sich noch nicht entscheiden können, nehmen Sie bitte an der Umfrage der Gemeinde teil. Sie erhalten hierzu in den nächsten Wochen einen einseitigen Bogen, den Sie bitte bis 30.11.2020 an das Rathaus zurückgeben. Erst, wenn sich alle Gebäudebesitzer zurückmelden, ergibt sich ein konkretes Bild und damit eine Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen.

Wichtig: Alle Erklärungen, die Sie auf dem Umfragebogen abgeben sind in der jetzigen Phase noch unverbindlich.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit der Entscheidung für ein regenerativ betriebenes Wärmenetz in Bingen und Hitzkofen besteht die Chance, unsere Gemeinde auch im Wärmesektor nachhaltig aufzustellen. Dazu braucht es die Bereitschaft einer großer Zahl von Hausbesitzern – es wäre eine riesen Gemeinschaftsleistung. Ich bin zusammen mit dem gesamten Gemeinderat vom Nutzen des Projektes überzeugt – bitte überlegen Sie es sich auch.

Ihr

Jochen Fetzer
Bürgermeister

Alle aktuellen Informationen zum Fortschritt des Projekts finden sie künftig unter dem Menüpunkt „Nahwärme Bingen“.