Nächster Bauabschnitt am Friedhof beginnt

Schritt für Schritt wird das Sanierungskonzept auf dem Friedhof umgesetzt. Nach der Anlegung des Baumhains und der befestigten Hauptwege steht nun der Bereich zwischen der Leichenhalle und dem Kriegerdenkmal an. In diesem Zusammenhang wird auch die marode Treppe in Richtung Kirchberg erneuert. Die Firma Hammer hat vor wenigen Tagen mit den Abbrucharbeiten an der Treppenanlage begonnen. Nächste Woche erfolgt der Neuaufbau der Treppe und anschließend geht es mit den Arbeiten im Friedhof weiter.

Neues Schreckbuch in Belgien erschienen

Johannes Schreck wurde 1576 in Bingen geboren  und starb 1630 in Peking. Er war ein angesehener Universalgelehrter und mit vielen damals berühmten Persönlichkeiten befreundet, z.B. mit Galileo Galilei aus Padua. In Bingen feierten wir 2011 ein „Schreckjahr“ mit vielen Vorträgen, einem Theaterstück und einer Ausstellung im Gedenken an seinen Beitritt zum Jesuitenorden in Rom. 2018 jährte sich zum 400. Mal seine Abfahrt aus Lissabon nach China, an die wir mit einem Schiffsmodell auf dem Lammareal erinnerten. Professor Zettl und Professorin von Collani brachten 2016 ein wissenschaftliches Buch über ihn heraus, das inzwischen als Standartwerk gilt.

Kürzlich ist ein weiteres wissenschaftliches Buch über ihn mit einigen Neuigkeiten erschienen. Professor Noel Golvers von der Universität Leuwen in Belgien recherchierte hauptsächlich die verschiedenen Reisen von Schreck durch Europa und beschäftigte sich mit den Büchern, die für die Chinamission damals gesammelt wurden. Insofern stellt das Golvers  Buch eine wichtige Ergänzung des Werkes von Zettl/von Collani dar. Schon früher war bekannt, dass der Bingener mit dem aus China zurückgekehrten Jesuitenpater Nicolas Trigault eine „Werbereise“ durch Mitteleuropa zu vielen Fürstenhöfen und Klöstern unternahmen, um für die Chinamission Geld, Bücher  und Sachspenden zu sammeln.

Neu nach Golvers ist nun, dass Schreck nach seinem Studium in Freiburg zunächst seine medizinische Ausbildung in Basel bei den bekannten Lehrern Platter, Bauhin und Zwinger fortsetzte und im Jahr 1600 bei der Feier des Jubeljahres, das Papst Clemens VIII. organisierte, in Rom anwesend war. Letztlich begann Schreck damit eine etwa zehnjährige Wanderzeit, die ihn nach Paris, Padua (zu Galilei), Siena, bis nach Hamburg, Rostock, Wittenberg, Breslau, Prag und über Basel wieder zurück nach Rom führte. Der Umfang dieser Reisen war bisher so nicht bekannt. An den Universitäten hielt Schreck „Privatvorlesungen“, heute könnte man sagen „Meisterkurse“.

Dabei hat sich 1607 in Rostock folgende Geschichte zugetragen: Schreck äußerte sich öffentlich kritisch über den protestantischen Altphilologen Scaliger und geriet dabei in eine handfeste Auseinandersetzung mit dem Professor für Geschichte  Ignatius Hanniel. Dieser berichtete an einen Freund, „… dass ein gewisser Johannes Terrentius gezwungen wurde, mit verstümmelter Nase und verstümmelten Ohren (zu) flüchten … , sonst wäre er noch heftiger verprügelt worden und hätte gar sein Leben aufs Spiel gesetzt.“ (Golvers, S. 199) Interessant dabei ist, dass Dr. Michael Rupprecht aus Sigmaringen schon in seinem Beitrag „Das entstellte Gesicht“ im Buch von Collani/Zettl (2016)  auf dem Schreck Porträt von Peter Paul Rubens eine Gesichtsverletzung erkannt hatte, die er auf einen „Faustschlag“ zurück führte. Genau das hat sich nun bestätigt.

Zum Ende seiner Wanderjahre finden wir Schreck wieder in Rom, wo er 1611 bekanntlich in den Jesuitenorden eintrat. Hat der Streit an der protestantischen Universität Rostock diesen  Entschluss ausgelöst, mindestens bestärkt?

Die nächste Zeit von Schreck ist bekannt: Noviziat in Rom, Theologiestudium, Priesterweihe. Der Jesuit Trigault kam in dieser Zeit aus China nach Rom zurück mit dem Auftrag, wissenschaftlich gebildete Missionare zu finden (anstehende Kalenderreform in China)  und für die Mission zu werben. Dafür wurde  Johannes Schreck ausgewählt. Er wurde Begleiter und Berater von Nicolas Trigault. Jetzt begann seine zweite große Reisetätigkeit, bei der er auf ein großes Netzwerk von Freunden und Bekannten zurück greifen konnte.

Golvers beschreibt die verschiedenen Reisewege genau und berichtet u.a. von einem Erlebnis in Zabern, wo sich der Hof des damaligen Erzherzogs Leopold V. von Vorderösterreich befand. Leopold erklärte Schreck, dass er ihn als privaten Ratgeber und Beichtvater behalten will. Schreck berichtet von Kämpfen, die er durchstehen musste, bevor er die Erlaubnis erhielt, weiter zu ziehen. Bei dieser Reise 1616 besuchte Johannes Schreck auch letztmals seine Heimat Bingen.

Was war das Ziel dieser Reisen? Schon Zettl berichtet von Büchern und astronomischen Geräten, die mit nach China genommen wurden. Golvers listet nun alle Titel genau auf: Über 700 Exemplare eine fast unglaubliche Anzahl!  Von 1615 bis 1618 zog Schreck hauptsächlich durch Europa, um besondere Bücher zu erwerben. Er  besuchte z.B. die Buchmesse in Frankfurt, wichtige Verlage in Augsburg, München oder Antwerpen und nicht zuletzt die großen Bibliotheken. Schreck sammelte breitgefächert, aber systematisch. Für die Arbeit in China waren astronomische, medizinische, pharmazeutische, botanische, mathematische und technologische Werke wichtig. Er war für diese Aufgab bestens geeignet. Sein Wissen und seine Kontakte zahlten sich nun reichlich aus. Am Ende konnten über 700 Bände in Lissabon aufs Schiff geladen und nach Peking transportiert werden.  Sie bildeten den Grundstock der Jesuitenbibliothek Nantang, sie war für die Mission und für den kulturellen Austausch zwischen Europa und China von größter Bedeutung und existiert überwiegend heute noch.

Und wer bezahlte das alles? Bücher waren sehr teuer! Golvers präsentiert beispielhaft eine Rechnung mit genauen Buchtiteln aus Antwerpen in Höhe von 1.900 Gulden. Finanziell unterstützt wurde Schreck von  einigen Adligen (Herzöge von Bayern) und bekannten Kaufleuten (Fugger aus Augsburg), zu denen er ein persönliches Verhältnis hatte und von vielen weiteren Freuden. Jesuitenuniversitäten wie Ingolstadt und Dillingen steuerten gesuchte Exemplare bei.  Nicht zuletzt Bischöfe und Papst Paul V. selbst förderten die Mission mit gesuchten Bänden  und seltenen Instrumenten. Alles in allem konnte Schreck persönlich auch von den gesammelten Werken bei seinen chinesischen Veröffentlichungen über Mechanik, Anatomie und Astronomie  profitieren.
(Tillo Brükner)

Siehe: Noel Golvers, Johann Schreck Terrentius, SJ, His European Netwerk and the Origins oft the Jesuit Library in Peking, 2020 Brepols Publishers, Turnhout, Belgien (in englischer Sprache)

Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 04.10.2021

Gedenkminute für Karl Fleisch
Zu Beginn der ersten Sitzung nach der Sommerpause gedachte der Gemeinderat dem im August verstorbenen ältesten Mitbürger Karl Fleisch. Herr Fleisch hatte zahlreiche Ehrenämter inne. Unter anderem war er über 30 Jahre im Gemeinderat und fast fünf Jahrzehnte in der Feuerwehr vertreten.

Beteiligung der BLS an der OEW genehmigt
Die Gemeinde Bingen ist Gesellschafterin der BLS (Breitbandgesellschaft im Landkreis Sigmaringen). Die BLS hat sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinden beim Ausbau des schnellen Breitbandnetzes zu unterstützen. In Hochberg wurde ein Projekt bereits erfolgreich umgesetzt. Die BLS möchte sich nun an der OEW Breitband GmbH beteiligen. Um in der Gesellschafterversammlung der BLS entsprechend abstimmen zu können, muss der Gemeinderat den Bürgermeister hierzu ermächtigen.

Wer ist die OEW Breitband GmbH? Hinter der OEW verbergen sich die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke mit Sitz in Ravensburg. Die OEW ist ein Hauptaktionär der EnBW – ihr Kerngeschäft ist das Medium Strom. An der OEW sind u.a. neun Landkreise beteiligt, so auch der Landkreis Sigmaringen. Es ist geplant, dass die OEW mit dem Thema Breitband ein neues Geschäftsfeld erschließt. Um sich die entsprechende Kompetenz einzukaufen, werden Kooperationen mit regionalen Breitbandunternehmen, wie z.B. der BLS, angestrebt. Nach erfolgreicher Gründung des neuen Zweigunternehmens wird die OEW den Gemeinden anbieten, an deren Stelle Breitbandnetze zu erstellen. Die Gemeinden hätten dann keine Ausgaben, aber später auch keine Pachteinnahmen o.ä. aus den Netzen. Die Kriterien, welche Prioritäten bei der zeitlichen Umsetzung gesetzt werden, sind noch nicht bekannt.

Nach kurzer Beratung stimmte der Gemeinderat der Kooperation zu.

Gebührensatzung für den Gutachterausschuss aufgehoben
Nachdem seit 1.7.2021 ein kreisweiter Gutachterausschuss bei der Stadt Sigmaringen eingerichtet wurde, braucht es keine Rechtsgrundlage auf Gemeindeebene mehr. Deshalb hat der Gemeinderat die aus dem Jahr 2005 stammende Gutachterausschussgebührensatzung aufgehoben.

Beschaffung CO2-Sensoren für Schule und Kinderhaus
In der öffentlichen Diskussion wird häufig die Frage gestellt, welche Maßnahmen in den Schulen und Kindergärten am wirkungsvollsten sind, um die Virenlast in der Luft zu verringern. Das Bundesumweltamt vertritt hierzu die eindeutige Meinung, dass konsequentes Lüften zum besten Erfolg führt; vor allem deshalb, weil dadurch Frischluft in den Raum gelangt, was z.B. bei mobilen Lüftungsgeräten nicht der Fall ist. Um das Lüften zu unterstützen wird der Einsatz von CO2-Sensoren empfohlen. Diese zeigen an, wann der CO2-Gehalt in der Luft so hoch wird, dass eine Lüftung notwendig wird. Der Bedarf dieser Geräte liegt bei jeweils 10 Stück für die Grundschule und für den Kindergarten. Die Verwaltung rechnet mit einer Investition von 5.000 EUR. 50% gibt das Land als Zuschuss.

Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag von Verwaltung, Schule und Kindergarten und stimmte für den Kauf von CO2-Sensoren noch über den laufenden Haushalt.

Zustimmung zu den Wahlen der Feuerwehrabteilung Hornstein
In der Hauptversammlung der Feuerwehrabteilung Hornstein wurde Abteilungskommandant Eugen Deschler für weitere 5 Jahre in seinem Amt bestätigt. Zum neuen Stellvertreter wurde Klaus Schmid gewählt; er übernimmt die Aufgabe von Philipp Fleisch.

Baugesuche
Der Gemeinderat erteilte das Einvernehmen zum Bau zweier Einfamilienhäuser in der Elogiusstraße sowie zum Umbau der Biogasanlage in der Burgstraße in Hornstein (Verlegung des Motorenhauses von der Burgstraße in den rückwärtigen Bereich des Grundstücks sowie die Errichtung einer Radladergarage).

Bekanntgaben
Wie bereits der Presse zu entnehmen war, schließt die Volksbank im Frühjahr 2022 die Filiale Bingen. Es wird lediglich noch ein Geldautomat und einen Kontoauszugsdrucker verbleiben. In einem Telefonat des Bürgermeisters mit dem Vorstand der Volksbank verdeutlichte dieser, dass die Entscheidung unumstößlich sei. Sie erfolgte aus Kostengründen und der nachlassenden Nachfrage nach persönlichen Bankdienstleistungen.

Der Bürgermeister vermeldete den Eingang eines vierten Förderbescheides für den Neubau des Rathauses. Aus dem Holzinnovativprogramm des Landes erhält die Gemeinde 250.000 EUR. Zusammen mit den Bewilligungen aus drei weiteren Fördertöpfen liegt der Zuschussbetrag bei 1,1 Mio. EUR. Derzeit bereitet das Architekturbüro die Ausschreibung der Baumaßnahme vor. Noch vor Weihnachten soll die Vergabe erfolgen, sofern wirtschaftlich vertretbare Angebote eingehen.

Immer wieder werden Verwaltung und Gemeinderäte über den Stand in Sachen Wärmenetz gefragt. Aus diesem Grund wird die Firma Solarcomplex am 26. Oktober 2021 eine weitere Infoveranstaltung in der Sandbühlhalle anbieten. Bereits im letzten Blättle wurde diese angekündigt.

Aufgrund der z.T. schwierigen Parksituation am Eingang der Steggasse wird dort in Kürze ein Halteverbot angeordnet. Die Parkschwierigkeiten treten hauptsächlich durch eine unkontrollierte Parkerei auf der ohnehin schon schmalen Brücke über den Mühlkanal auf. Da es sich bei der Steggasse um eine Sackgasse handelt kann es hierdurch zu gefährlichen Situationen kommen, z.B. bei einem Rettungseinsatz. Deshalb wird das Landratsamt eine entsprechende Anordnung für ein Parkverbot erlassen.

Die Firma Hammer wird Ende Oktober die weiteren Umbauarbeiten am alten Friedhof aufnehmen. Unter anderem wird die große Treppe Richtung Kirchberg saniert und der Bereich zwischen Kriegerdenkmal und Leichenhalle neugestaltet.

Durch den Umbau der Verbandsanlagen des Wasserversorgungszweckverband Mittlere Lauchert konnte der Bürgermeister eine Druckerhöhungsanlage für den Hochbehälter Hohwies erreichen. Dadurch wird es möglich, die z.T. bescheidenen Druckverhältnisse in Hochberg deutlich zu verbessern. Die Erhöhung des Wasserdrucks ist zum Ende des Jahres vorgesehen. Bis dahin müssen die Anschlussnehmer in Hochberg klären, ob die Drucksteigerungen irgendwelche Konsequenzen für die Hausinstallation nach sich ziehen. Die Haushalte erhalten vom Bürgermeisteramt noch ein diesbezügliches Anschreiben.

Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) Anträge auf Zuschüsse frühzeitig stellen

Das ELR bietet Gemeinden und Privatpersonen ein breites Förderangebot, um die ökologische und soziale Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen.

Eine wichtige Erkenntnis aus Modellvorhaben ist, dass in vielen Dörfern im Innenbereich Fläche für die Ortsentwicklung durch leerstehende Gebäude vorhanden ist. Die Förderung konzentriert sich daher noch stärker auf die Innenentwicklung und vor allem das Wohnen zur Belebung der Ortskerne. Damit sollen die Ortskerne gestärkt und der Landschaftsverbrauch im Außenbereich gebremst werden.

Für folgende Maßnahmen bestehen Fördermöglichkeiten:

  • Wohnen:
    Erhaltung und Stärkung der Ortskerne durch
    • Umnutzung vorhandener Bausubstanz,
    • Maßnahmen zur Erreichung zeitgemäßer Wohnverhältnisse
      (umfassende Modernisierung)
    • ortsbildgerechte Neubauten in Baulücken (mit Abriss)
    • Verbesserung des Wohnumfelds,
    • Entflechtung unverträglicher Gemengelagen und
      Neuordnung mit Baureifmachung von Grundstücken.

Die Umnutzung leerstehender Gebäude zu Wohnungen wird bevorzugt gefördert.
Bitte beachten Sie, dass sich die Förderung auf Gebäude mit Baujahr vor 1945, ausnahmsweise bis 1969, beschränkt.

  • Grundversorgung:
    Sicherung der wohnortnahen Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen.
    Sonderförderung der örtlichen Dorfgastronomie: Dorfgaststätten werden mit einem erhöhten Zuschussfördersatz gefördert.
  • Arbeiten:
    Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen zum Erhalt der dezentralen Wirtschaftsstruktur sowie zur Sicherung und Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen, vor allem in Verbindung mit der Entflechtung unverträglicher Gemengelagen, der Reaktivierung von Gewerbebrachen, einschließlich vorbereitender Maßnahmen wie Baureifmachung von Grundstücken und die dazu notwendige innere Erschließung von Gewerbegebieten.

Im Hinblick auf die umfangreichen Vorarbeiten für einen Zuschussantrag ist es unbedingt erforderlich, frühzeitig die Beratung durch den Städteplaner der Gemeinde, Herrn Dipl. Ing. Roland Groß, in Anspruch zu nehmen. Die Beratung ist kostenfrei und wird von der Gemeinde getragen.

Wer Interesse hat, über die Gemeinde einen Zuschussantrag beim Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum zu stellen, sollte bitte bis spätestens

30. Juni 2021 

mit der Gemeindeverwaltung Bingen Herrn Bürgermeister Jochen Fetzer (Tel.: 74070) Kontakt aufnehmen, um einen Beratungstermin mit Herrn Groß zu vereinbaren.

Die NRS informiert: Planungen für das Wärmenetz in Bingen laufen weiter

Beratung und Hausbesuche nach Corona-Lage
Baubeginn weiter im Frühjahr 2022 möglich

Die Nahwärmeregion Sigmaringen plant weiter intensiv am Wärmenetz in Bingen. Im Dialog mit Bürgermeister Fetzer und dem Gemeinderat werden die letzten Details des Gestattungsvertrages geklärt. Zudem laufen Abstimmungen zu den Gewerken Glasfaser und Stromnetz, die ja im gleichen Bauvorhaben umgesetzt werden sollen. Die sehr guten Rückläufe der Fragebögen sind in die Planungen eingeflossen. Das Interesse aus der Bevölkerung ist überdurchschnittlich hoch. Es gibt erste Überlegungen zu den möglichen Bauabschnitten. Alle Signale stehen auf grün. Doch zwei große Hindernisse stehen den Planungen aktuell entgegen. Die Coronakrise und die Unklarheit über die Förderbedingungen des Bundes für Wärmenetze, die 2022 gebaut werden sollen.

Trotz der erfolgreichen Online-Bürgerinformation fehlt weiter der zentrale Punkt der Entwicklung eines Wärmenetzes, der konkrete Kontakt zu Kundinnen und Kunden. Beratungsgespräche und Hausbesuche sind im Lockdown nicht möglich. Doch hoffen die Verantwortlichen, dass sich das im Frühsommer ändert. Dieser Kontakt zu den Kunden ist für die Umsetzung des Projektes entscheidend. Der Dialog mit den Kundinnen und Kunden wird aufgenommen, sobald dies die Pandemie zulässt. Dennoch arbeiten die Fachleute der solarcomplex AG für die NRS im Hintergrund intensiv an der Projektplanung. So untersuchen Fachleute für Landschaftsplanung und Biologie derzeit die artenschutzrechtlichen Bedingungen für mögliche Standorte des Solarthermiefeldes. Auch der Zuschnitt und die Größe des ersten Bauabschnitts des Wärmenetzes wird derzeit intensiv geplant.

Dennoch liegt die finale Entscheidung über ein Wärmenetz immer im Dialog mit den Kunden. Wessen Interesse, das im Fragebogen unverbindlich geäußert wurde, mündet tatsächlich in einem Vertrag? Kommen genügend Verträge zustande, dass den Kundinnen und Kunden ein attraktiver Wärmepreis angeboten werden kann. Nur dann, wenn Wärmelieferungsverträge unterschrieben werden können und der Preis für die Wärmelieferung festgelegt werden kann, sind weitere Schritte möglich. Trotz der deutlichen zeitlichen Verzögerung durch die Pandemie sind wesentliche Eckpunkte des ursprünglichen Zeitplans immer noch erreichbar. Aber das Zeitfenster wird jede Woche kleiner.

Ein weiterer Stolperstein sind die Förderprogramme. Die bundeseinheitliche Förderung für Wärmenetze hätte am 1. Januar 2021 in Kraft treten sollen. Heute hofft man auf das dritte Quartal 2021. Wenn Klarheit zu den Förderbedingungen besteht und es gelingt, die Kundinnen und Kunden in den nächsten Monaten zu besuchen, dann sind auch rechtzeitige Festlegungen zu Preisen und Verträgen möglich. Dies sollte spätestens im 4.Quartal 2021 passieren. Dann kann final geplant und ausgeschrieben werden. Dann ist auch ein Baubeginn im Frühjahr 2022 noch möglich.

Austausch der Langfeldleuchten in der Straßenbeleuchtung abgeschlossen

Ende Mai 2019 vergab die Gemeinde nach öffentlicher Ausschreibung die Arbeiten zum Austausch alter Straßenbeleuchtungskörper (nur Leuchtenköpfe, nicht Masten) gegen energiesparende LED-Leuchten an die Netze BW GmbH. Bis Ende September wurden überwiegend Neon-Langfeldleuchten auf energiesparende LED-Leuchten umgerüstet. Die Stromeinsparung beträgt bis zu 82%. Insgesamt wurden 272 Leuchten, verteilt auf alle vier Ortsteile, erneuert. Damit beträgt der LED-Anteil in der Straßenbeleuchtung nun über 80%. Nur noch die formschönen Leuchten mit Gelblichtbestückung, wie z.B. in der Hauptstraße, Bahnhofstraße oder Egelfinger Straße werden momentan noch nicht umgestellt. Ihre Leistungsaufnahme liegt im Übrigen deutlich unter der einer Langfeldleuchte.

Durch den Austausch der Langfeldleuchten können über 1.000 t CO2 über die Lebenszeit der LED-Leuchten eingespart werden. Für das Projekt erhält die Gemeinde zwischen 20% und 25% Förderung vom Bund aus der Nationalen Klimaschutzinitiative.