TOP 1 Waldhaushalt 2027 und Vollzug 2025
Forstbetriebsleiterin Juliane Spiegelhalter und Revierförster Johannes Maier stellten den Gemeinderäten die Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2025 sowie die Planungen für das Jahr 2027 vor. Im Jahr 2025 konnten 9.027 Festmeter Holz eingeschlagen werden, wovon lediglich 9% auf zufällige Nutzungen wie Sturm- oder Käferschäden entfielen. Der Vollzug ergab Einnahmen von 737.030 Euro bei Ausgaben von 571.928 Euro, sodass ein positives Ergebnis von 165.048 Euro erreicht wurde (Vorjahr 153.099 Euro).
Für das Jahr 2027 ist ein Einschlag von 8.530 Festmetern vorgesehen. Der Holzmarkt ist derzeit leicht angespannt. Die Gründe dafür sind vielseitig: Zum einen ist hier der Exportmarkt und die schwächelnde Baubranche zu nennen, zum anderen sind die Preise aufgrund des Überangebots durch Kalamitäten sowie Trockenheit und Hitze unter Druck. Die geplanten Einnahmen belaufen sich im kommenden Jahr auf 695.525. Die Ausgaben sind mit 616.432 Euro angesetzt. Daraus ergibt sich ein erwartetes Ergebnis von 79.093 Euro (Vorjahr 140.950).
Des Weiteren wurde in der Präsentation eindrücklich auf die Folgen des vergangenen Sommers und die zunehmenden Trockenzeiten sowie die steigenden Temperaturen hingewiesen. Eine konventionelle Fichten-Monokultur hat mit Blick auf diese Entwicklungen keine langfristige Perspektive. Das sogenannte „Pflanzenverfügbare Wasser“ sank laut Forstlicher Versuchs- und Forschungsanstalt in Oberschwaben im August auf nahezu 0, gemessen in 30 cm Bodentiefe unter der Fichte. Das gab es in dieser Form noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Umso wichtiger ist es, den Waldbau auf eine artenreiche Vielfalt an verschiedenen Baumarten zu entwickeln, damit wir ihn ökologisch und ökonomisch gesund an die folgenden Generationen übergeben können.
Der Gemeinderat stimmte dem Haushaltsplan für 2027 sowie dem Vollzug des Wirtschaftsjahres 2025 einstimmig zu.
TOP 2 Gemeindewald – Festlegung der Brennholzpreise
Im Anschluss hat der Gemeinderat die Brennholzpreise für die Forstsaison 2026/2027 neu festgelegt. Nach der Vorstellung der aktuellen Marktentwicklung und einem Vergleich mit den Preisen anderer Kommunen im Landkreis, folgte das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung und beschloss eine Anpassung des Preises in der Sorte Hartlaubholz für Endverbraucher.
Im Vortrag wurde erläutert, dass die Preise in der Gemeinde Bingen in den vergangenen Jahren unverändert geblieben sind. Mit bislang 80,25 Euro brutto pro Festmeter lag der Preis für Hartlaubholz deutlich unter dem Durchschnitt im Landkreis Sigmaringen und gleichzeitig deutlich unter dem marktüblichen Niveau. Dies war und ist eine bewusste Entscheidung des Gremiums, um die Bürgerinnen und Bürger in diesem Bereich zu entlasten. In den meisten Kommunen wird Brennholz inzwischen für rund 85 bis 90 Euro brutto pro Festmeter vermarktet.
Der Gemeinderat beschloss daraufhin, den Preis für Hartlaubholz für Endverbraucher von bisher 80,25 Euro auf 85,00 Euro brutto pro Festmeter anzuheben. Der Händlerpreis bleibt unverändert bei 96,30 Euro brutto pro Festmeter. Ebenfalls unverändert bleiben die Preise für Weichlaubholz und Nadelbrennholz mit 55,00 Euro brutto pro Festmeter.
Für die Saison 2026/2027 gelten damit folgende Preise je Festmeter Polterholz:
- Hartlaubholz für Endverbraucher: 85,00 Euro brutto (79,44 Euro netto)
- Hartlaubholz für Händler: 96,30 Euro brutto (90,00 Euro netto)
- Weichlaubholz und Nadelbrennholz: 55,00 Euro brutto (51,40 Euro netto)
Trotz der Anpassung des Preises für Endverbraucher zeigt sich, dass die die bisherige Praxis beibehalten wird, den Endverbrauchern einen Preis unter dem marktüblichen Niveau anzubieten.
Unverändert bleibt auch die Vergabepraxis: Auswärtige Endverbraucher können Brennholz nur erwerben, wenn nach dem Verkauf an einheimische Käufer noch Restmengen verfügbar sind. Restmengen sowie verspätete Bestellungen werden ausschließlich über das Online-Portal Holzfinder.de zu den dort geltenden marktgerechten Preisen angeboten.
Wie weiter berichtet wurde, ist eine Kontingentierung des Brennholzes in der Gemeinde weiterhin nicht vorgesehen. Für die Saison 2026/2027 wird mit einem Holzeinschlag von rund 1.400 Festmetern gerechnet.
TOP 3 Vorstellung der neuen Gemeindehomepage
Dem Gemeinderat wurde der Entwurf der neuen Webpräsenz der Gemeinde Bingen vorgestellt. Die Internetseite präsentiert sich künftig in einem modernen und zeitgemäßen Design und wurde umfassend an die aktuellen Anforderungen der Barrierefreiheit angepasst.
Im Rahmen der Überarbeitung wurde zudem die Navigation deutlich vereinfacht, sodass Bürgerinnen und Bürger wichtige Informationen schneller und einfacher finden können. Ein besonderes Augenmerk lag außerdem auf der Nutzung über Smartphones und Tablets. Die neue Homepage wurde konsequent für mobile Endgeräte optimiert und bietet damit auf allen Bildschirmgrößen eine benutzerfreundliche Darstellung.
TOP 4 Genehmigung von Spenden
Der Gemeinderat erteilte zwei Einzelgenehmigungen von Spenden. Zum einen wurden der Gemeinde 451,80 Euro des ehem. Kult e.V. Bingen für die Kindergärten gespendet. Zum anderen erhielt die Gemeinde eine Spende der Volksbank Raiffeisenbank Donau Oberschwaben e.G. in Höhe von 200 Euro für die Gewinner des Stadtradelns.
TOP 5 Baugesuche
Es gingen keine Bauanträge ein.
TOP 6 Bekanntgaben
Bürgermeister Potas gab bekannt, dass die Heudorfer Straße über die Sommerferien, wie im Haushaltsplan vorgesehen, an den schadhaften Stellen auf einer Länge von ca. 380 m durch eine neue Deckschicht saniert werden konnte. Die Arbeiten hat der Zweckverband Ostrachtal ausgeführt.
Schließlich gab Bürgermeister Potas bekannt, dass sich die Arbeiten auf dem Spielplatz in der Römerstraße verzögern. Grund ist, dass im Erdreich größere Felsen und Betonteile lagen. Diese mussten zunächst aufwändig ausgebaut werden, bevor die Auskofferungen für die neuen Geräte folgen konnten.
TOP 7 Anfragen
Aus dem Gremium ging der Hinweis ein, dass mehrere Straßenlaternen nicht zuverlässig funktionieren. Bürgermeister Potas sagte zu, den Sachverhalt zu prüfen. Gleichzeitig wird im Amtsblatt sowie über die digitalen Medien dazu aufgerufen, beobachtete Defekte an der Straßenbeleuchtung oder anderen öffentlichen Einrichtungen zu melden (mit Angabe der Laternennummer).
Gemeinderat Baur erkundigte sich, ob die in der Lauchert liegenden Bäume entfernt werden könnten. Hintergrund seien vermehrt umgestürzte Bäume, die sich in letzter Zeit im Gewässer befänden. Bürgermeister Potas sagte zu, sich des Sachverhalts erneut anzunehmen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass nicht alle Bäume entfernt werden können, da diese teilweise wichtige ökologische Funktionen erfüllen. Unabhängig davon müsse jedoch sichergestellt werden, dass im Hochwasserfall keine Schäden oder Verklausungen durch Baumstämme entstehen.
Abschließend wies Gemeinderat Baur darauf hin, dass es in der Riedstraße erneut zu einem größeren Rückstau von Oberflächenwasser gekommen sei. Bürgermeister Potas teilte mit, dass er sich in dieser Angelegenheit bereits an das zuständige Ingenieurbüro gewandt habe. Eine Rückmeldung liege bislang noch nicht vor.