Spatenstich für das Ärztehaus

Mit dem symbolischen Spatenstich am 24. Februar 2026 hat die Gemeinde Bingen offiziell mit dem Bau des neuen Ärztehauses auf dem Lammareal begonnen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter des Landtages und Gemeinderates sowie Projektbeteiligte waren der Einladung gefolgt, um diesen wichtigen Meilenstein gemeinsam zu begehen.

Bürgermeister Potas betonte in seiner Ansprache die große Bedeutung des Projekts für die dauerhafte Sicherung der hausärztlichen Versorgung im Ort. Eine wohnortnahe medizinische Betreuung sei gerade im ländlichen Raum keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Gemeinde habe sich daher bewusst entschieden, Verantwortung zu übernehmen und aktiv Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch künftig eine sichere ärztliche Versorgung in Bingen ermöglichen.

Ein besonderer Dank galt dem Land Baden-Württemberg für die Förderung im Rahmen des ELR-Programms. Mit einem Zuschuss in Höhe von 247.000 Euro werde die Bedeutung des Projekts für die Versorgung im ländlichen Raum ausdrücklich unterstrichen.

Auch der Landtagsabgeordnete Klaus Burger würdigte in seinem Grußwort das Engagement der Gemeinde. Er hob hervor, dass Kommunen, die frühzeitig handeln und strukturell vorsorgen, einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der medizinischen Infrastruktur leisten. Die Förderung durch das Land sei Ausdruck der Anerkennung für diesen vorausschauenden Ansatz.

Neben den Praxisflächen im Erdgeschoss entstehen im Untergeschoss weitere barrierefrei erreichbare Räume mit rund 150 Quadratmetern Fläche. Hier eröffnet sich die Möglichkeit, künftig ein ergänzendes medizinisches Angebot anzusiedeln. Bewerbungen hierfür werden gerne entgegengenommen.

Mit dem Ärztehaus wird nicht nur die medizinische Infrastruktur gestärkt. Auch das Lammareal, das über viele Jahre brachlag, erfährt eine deutliche Aufwertung. Das Projekt setzt einen Impuls für die weitere Entwicklung des Ortskerns und verbindet Daseinsvorsorge mit städtebaulicher Perspektive.

Mit dem Spatenstich ist nun der offizielle Startschuss gefallen. Die Vorfreude auf die Fertigstellung und die künftige Nutzung des Gebäudes ist spürbar – ein wichtiger Schritt für die Zukunft Bingens.

v.l.n.r.: Gemeinderat Stefan Baur, Gemeinderätin Christine Brückner, Dr. Benedikt Hau, Bürgermeister Marco Potas, Gemeinderätin Anita Gauggel, Klaus Burger MdL, Architekt Werner Fricker, Dr. Catalin Ene, Gemeinderat Horst Arndt, Gemeinderat Thomas Fleisch, Bauunternehmer Peter Löffler

Großes Interesse an Bürgerbeteiligung am Windpark

Am 29. Januar 2026 fand um 18.30 Uhr eine gut besuchte Bürgerinformationsveranstaltung zur geplanten Bürgerbeteiligung am Windpark statt. Rund 180 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über den aktuellen Stand des Projekts sowie über mögliche Beteiligungsformen zu informieren.

Bürgermeister Potas eröffnete den Abend und blickte in seiner Einführung auf die lange Entwicklung des Windparkprojekts zurück. Er betonte, dass es von Beginn an ein zentrales Anliegen von Gemeinderat und Verwaltung gewesen sei, die Bürgerschaft nicht nur zu informieren, sondern auch konkret am Projekt zu beteiligen.

Im Anschluss ordnete Herr Bezold von der Alterric Deutschland GmbH, Projektverantwortlicher für den Windpark, den aktuellen Sachstand ein. Die Windenergieanlagen seien inzwischen größtenteils in Betrieb genommen und liefen an. In den ersten Wochen könne es jedoch noch zu zeitweisen Stillständen kommen. Diese seien auf notwendige Feinabstimmungen in der Anlagentechnik und der Software zurückzuführen. Zusätzlich habe das Wetter – insbesondere Nebel und Wind – den Bauprozess verzögert. Die noch ausstehenden Anlagen 7 und 8 im Bereich Hitzkofen sollen jedoch schnellstmöglich errichtet und ans Netz gebracht werden. Die offizielle Einweihung des Windparks ist für den 18. April vorgesehen – dann hoffentlich bei deutlich angenehmeren Wetterbedingungen als derzeit.

Der Schwerpunkt des Abends lag auf der Vorstellung der zwei möglichen Formen der Bürgerbeteiligung:

  • Windsparbrief:
    Eine sichere Anlageform über ein Bankprodukt mit festgelegter Laufzeit, jährlicher Zinsauszahlung und Rückzahlung des Kapitals am Ende der Laufzeit. Das Kapital ist über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Der Zinssatz liegt über klassischen Festgeldanlagen, da Alterric einen zusätzlichen Zinsbonus aus den Erlösen des Windparks gewährt.
  • Qualifiziertes Nachrangdarlehen:

Eine direkte Beteiligung am Windpark über Alterric mit einer Laufzeit von 8 Jahren und einem festen Zinssatz von 6 % pro Jahr. Die Anlage erfolgt niedrigschwellig über eine Online-Plattform. Aufgrund der direkten Beteiligung ist die Rendite höher, gleichzeitig besteht – wie bei dieser Anlageform üblich – ein unternehmerisches Risiko auf den Totalverlust der Einlage.

Im Sinne der Transparenz und Mitwirkung konnten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger am Ende der Veranstaltung ihre Präferenz abgeben. Das Ergebnis der Abstimmung fiel wie folgt aus:

  • 77 Stimmen für den Windsparbrief
  • 88 Stimmen für das Nachrangdarlehen
  • 1 Enthaltung

Der Gemeinderat wird dieses Stimmungsbild nun aufnehmen und in einer der kommenden Sitzungen über die endgültige Beteiligungsform entscheiden.

Unabhängig von der finalen Entscheidung ist vorgesehen, dass die Bürgerbeteiligung mit der Einweihung des Windparks im April offiziell aufgelegt wird. In einer ersten Phase soll die Beteiligung ausschließlich den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde offenstehen und betragsmäßig begrenzt sein. Erst in einem zweiten Schritt ist eine Öffnung für umliegende Gemeinden geplant. Über den weiteren Verlauf werden Sie rechtzeitig informiert.

Die Präsentation zur Informationsveranstaltung steht nachfolgend zur Download bereit:
260129_Bingen_00482_Informationen Bürgerbeteiligung