In einer kleinen Feierstunde wurde die neue Rektorin der Grundschule Bingen in ihr Amt eingesetzt. Aufgrund der Corona-Vorgaben musste die Feier klein gehalten werden; der Auftritt von Schülergruppen war leider nicht möglich. Dies sollte der Veranstaltung jedoch keinen Abbruch tun. So versammelten sich am späten Freitagnachmittag die Elternvertreter, das Lehrerkollegium, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulbetreuung und des weiteren Personals an der Grundschule, der Bürgermeister und eine Abordnung des Gemeinderats, Pfarrer Ekkehard Baumgartner, Schulrätin Kristina Staiger vom staatlichen Schulamt sowie Freunde und die Familie von Frau Müller. Der scheidende Rektor Frank Saur war per Video zugeschaltet, da er sich zurzeit in Quarantäne befindet.

Als dienstälteste Lehrerin an der Grundschule nahm Isolde Maier die Begrüßung vor. Sie freute sich, dass die Rektorenstelle in Bingen nahtlos wiederbesetzt werden konnte. Dies sei nicht üblich. Die ersten gemeinsamen Arbeitstage zeigten eine äußerst gute Zusammenarbeit zwischen der neuen „Chefin“ und dem Kollegium. Schulrätin Kristina Staiger vom staatlichen Schulamt Albstadt-Sigmaringen setzte Manuela Müller offiziell in Ihr neues Amt ein. Sie zählte die bereits durchlaufenen Stationen der aus Jungnau stammenden Rektorin, zuletzt als Lehrerin an der Grundschule Winterlingen-Harthausen, auf. Zwar ist es ihre erste Schulleiterinnenstelle, doch bringt Frau Müller schon viele Erfahrungen, auch in Führungsfortbildungen, mit ein. Sie überreichte der neuen Rektorin das Gedicht „Desiderata“ von Max Ehrmann. Die sogenannte Lebensregel von Baltimore soll künftig das Büro von Frau Müller zieren und über schwierige Situationen hinweghelfen. Bürgermeister Jochen Fetzer begrüßte Manuela Müller im Namen der gesamten Bevölkerung hier in Bingen. Er wünschte sich, dass sie die Grundschule dynamisch weiterentwickelt und die Kinder in den Mittelpunkt ihres Handels stellt. Der Unterstützung der Gemeinde kann sie sich sicher sein, denn es ist ein großes Anliegen des Gemeinderats, die Bildung zu unterstützen.

Am Beginn ihrer Antrittsrede zeigte die neue Schulleiterin einen Rucksack, welcher mit den Erfahrungen ihres bisherigen Lebens gefüllt ist. Mit Erfahrungen als Lehrerin, in der pädagogischen Fortbildung als Montessori-Fachkraft sowie als Mutter von drei Kindern. Die Erfahrungen möchte sie in ihre Arbeit in Bingen einbringen und – in Anspielung auf den Rucksack – künftig als Wanderführerin fungieren. Sie werde neue pädagogische Ansätze in Absprache mit dem Kollegium behutsam einführen und umsetzen. Frau Müller betonte, dass sie die Grundschule in Bingen als sehr positiv wahrgenommen habe, weshalb sie sich auch für die Bewerbung entschieden habe.

Elternvertreter Stefan Rapp hieß Frau Müller im Namen der gesamten Elternschaft willkommen. Wie es bei den kleinen Schulanfängern üblich ist, überreichte er der neuen Schulleiterin zur „Einschulung“ in Bingen eine prall gefüllte Schultüte. Herr Rapp ist sich sicher, dass die Anliegen der Elternschaft auch in Zukunft bei der Schulleitung gut aufgehoben sind und sicherte Frau Müller die Unterstützung zu. Pfarrer Ekkehard Baumgartner überbrachte die Grüße der katholischen Kirchengemeinde. Die Verzahnung zwischen der Schule und der Kirche sei gerade bei Veranstaltungen wie der Einschulung wichtig. Frau Müller erhielt aus den Händen des Pfarrers eine Engelsfigur.

Sämtliche Redner ließen es sich nicht nehmen, sich beim scheidenden Rektor Frank Saur für dessen Arbeit und Verdienste in den letzten sechs Jahren zu bedanken. Herr Saur hat die Schule nicht nur inhaltlich, sondern auch in Bezug auf das Gebäude und den Außenbereich weitergebracht. Ein neuer Schulhof wurde gebaut, das Schulhaus brandschutztechnisch aufgerüstet. Insgesamt verbaute die Gemeinde in den letzten Jahren über 1 Mio. EUR. Die Coronakrise hat die Arbeit als Schulleiter deutlich erschwert und besonders im administrativen Bereich deutlich umständlicher gemacht. Wenn man der Situation etwas Positives abgewinnen wollte, dann war es die Tatsache, dass die Handwerker beim Schulhausumbau ungestört vom Schulbetrieb arbeiten konnten. Seiner Nachfolgerin gab Herr Saur mit einem Augenzwickern mit auf den Weg, dass er in den letzten sechs Jahren durchschnittlich 180.000 EUR pro Jahr verbaut habe, und sie dies ruhig als Richtwert nehmen könne. Sichtlich gerührt verabschiedete er sich dann mit einem Dank von den Anwesenden und von der Gemeinde Bingen. Künftig wird er an einer Privatschule unterrichten.

Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernahmen Moritz Müller am Klavier und Ann-Sophie Metzger an der Geige. Im Anschluss gab es einen kleinen Stehempfang bei wunderschönem Spätsommerwetter auf dem Schulhof.