Geplantes Nahwärmenetz Bingen

Die Nahwärmegesellschaft Region Sigmaringen (NRS) beabsichtigt bei einer ausreichenden Anzahl an Interessenten die Errichtung und den Betrieb eines Nahwärmenetzes in Bingen und Hitzkofen. Die NRS ist eine gemeinsame Gesellschaft der solarcomplex AG und der Stadtwerke Sigmaringen. Nachfolgend finden Sie laufend aktuelle Informationen zum Projekt.

Downloadmöglichkeit Wärmenetz – Flyer Nahwärme Bingen Einladung zur Infoveranstaltung am 21.11.2020

Flyer_Nahwaerme_Bingen

 

Downloadmöglichkeit Wärmenetz-Flyer der Klimaschutz und Energieagentur Baden-Württemberg

Flyer_Argumente-Waermenetze_8Seiter_14_lay

 

Downloadmöglichkeit Fragebogen Vorplanung Nahwärme Bingen

2020-06-19 Fragenbogen Vorplanung Nahwärmenetz Bingen

 

Downloadmöglichkeit Präsentation der Projektvorstellung Nahwärme Bingen

2020-09-22-Projektvorstellung-Bingen-Bürgerinfo-final

 

Aus den Informationsveranstaltungen vom 23. und 24.09.2020

Fernwärme aus regenerativer Energie– brauch‘ ich das?

Auch wenn Sie im ersten Moment denken „Nein“, dann bitte ich Sie dennoch, sich den nachfolgenden Text durchzulesen.

Offen gestanden hatte ich die Antwort „Nein“ zunächst auch auf der Zunge. Ich habe doch eine funktionierende Heizung, bin (scheinbar) unabhängig, gehe noch ein bisschen in den Wald um Holz zu machen und fertig ist mein Heizkonzept. Warum also sich an einen Wärmelieferanten binden? Dann kam die Firma solarcomplex (Betreiber des Photovoltaikparks in unserem Gewerbegebiet) auf mich zu und zeigte die Vorteile eines Wärmenetzes auf. Meine Stimmung schlug um. Ein Gespräch mit dem Gemeinderat und eine Besichtigungsfahrt zu zwei bestehenden Heizzentralen brachten die einstimmige Erkenntnis: Das ist eine tolle Sache – wir unterstützen das Vorhaben und stellen sämtliche Straßen für die Verlegung von Heizleitungen zur Verfügung. Der Startschuss für das Projekt „regenerative Fernwärme in Bingen und Hitzkofen“ war abgegeben.

Vergangene Woche fanden in der Sandbühlhalle zwei Infoveranstaltungen statt, zu der die Gemeinde geladen hatte. Insgesamt nahmen mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger daran teil. Da die Firma solarcomplex im Bereich der Wärmeversorgung mit den Stadtwerken Sigmaringen kooperieren, trugen sowohl Jörg Dürr-Pucher von Solarcomplex als auch Oliver Dreher von den Stadtwerken das Konzept vor. Gemeinsam betreiben die beiden Firmen die Nahwärmegesellschaft Region Sigmaringen (NRS). Unter diesem gemeinsamen Dach laufen bereits Wärmenetze in Veringendorf und Storzingen sowie Planungen für Jungnau und Bauarbeiten in Hausen im Tal.

Die klare Botschaft war: Die Hausbesitzer unserer Gemeinde entscheiden mit Ihrem Votum, ob das Wärmenetz kommt oder nicht?

Nur, wenn es dichtes Netz von Abnehmern gibt, kann ein Wärmenetz rentabel betrieben werden. Hierzu werden rund 50% der Gebäude als Richtgröße genannt.

Was sind die Vorteile?

Bei genauerer Betrachtung liegen die Vorteile eines Wärmenetzes auf der Hand:

  • Ich brauche mich nicht mehr darum zu kümmern, ob meine Heizung läuft oder nicht. Das macht NRS für mich. Die Hauptsache ist: „Hinten kommt es warm raus“. Und wenn nicht? Dann rufe ich bei den Stadtwerken Sigmaringen an und man löst das Problem.
  • Mich interessieren auch die gesetzlichen Vorgaben nicht mehr. Wenn weitergehende Anforderungen, z.B. an den Schadstoffausstoß der Heizung gestellt werden, ist es Sache der NRS, dies umzusetzen. Mögliche Kosten einer Umrüstung sind mit dem vertraglich vereinbarten Preisgefüge abgegolten.
  • Apropos Kosten: Die NRS kann nicht die Preise gestalten wie sie will. Für die vereinbarte Grundpauschale sowie den kwh-Preis gilt eine Preisgleitklausel, welche sich aus der Inflationsrate und der Entwicklung des Holzpreises errechnet. Übrigens: Auch der Bau der Hausanschlussleitung ist im Monatspreis enthalten, sofern auch Wärme abgenommen wird. Den Kundinnen und Kunden entstehen also keine Anschlusskosten.
  • Da die Wärme über eine Hackschnitzelheizung und Sonnenkollektoren bereitgestellt wird, beteiligen Sie sich an einer fast 100%-igen regenerativen Energieform. Ein Öl-Spitzenlastkessel garantiert nur die Versorgungssicherheit. Das Holz kommt aus der Region, die Sonne vom Himmel – keine Abhängigkeit mehr von Entscheidungen öl- oder gasexportierender Länder, keine langen Transportwege der Energieträger bis nach Bingen.
  • „Jetzt habe ich aber doch erst meine Heizung auf Vordermann gebracht – da brauch ich noch lange keine Wärme aus dem Rohr“ – Richtig! Für solche Haushalte ist aber grundsätzlich eine Überlegung, bereits jetzt einen Rohrstrang ins Grundstück oder in den Keller mitverlegen zu lassen und mit dem Wärmebezug zu beginnen, wenn die eigene Heizung nicht mehr läuft. Für diese Fälle erhebt die NRS allerdings eine Kostenbeteiligung am Hausanschluss.

Eine weitere Überlegung drängt sich im Zusammenhang mit dem Bau von Wärmeleitungen auf: Es bietet sich die einmalige Gelegenheit, in die offenen Gräben Glasfaserleitungen oder auch Stromleitungen zu verlegen. Aus diesem Grund zeigte beim Infoabend Burghard Vogler von der BLS (Breitbandgesellschaft im Landkreis Sigmaringen) die Möglichkeit der Glasfaserverlegung bis in jedes Gebäude auf. Dadurch würde sich die Internetgeschwindigkeit deutlich erhöhen. Bingen macht so einen doppelten Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit.

Umfrage – Bitte ALLE mitmachen

Egal, ob Sie für oder gegen einen Fernwärmeanschluss sind oder sich noch nicht entscheiden können, nehmen Sie bitte an der Umfrage der Gemeinde teil. Sie erhalten hierzu in den nächsten Wochen einen einseitigen Bogen, den Sie bitte bis 30.11.2020 an das Rathaus zurückgeben. Erst, wenn sich alle Gebäudebesitzer zurückmelden, ergibt sich ein konkretes Bild und damit eine Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen.

Wichtig: Alle Erklärungen, die Sie auf dem Umfragebogen abgeben sind in der jetzigen Phase noch unverbindlich.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit der Entscheidung für ein regenerativ betriebenes Wärmenetz in Bingen und Hitzkofen besteht die Chance, unsere Gemeinde auch im Wärmesektor nachhaltig aufzustellen. Dazu braucht es die Bereitschaft einer großer Zahl von Hausbesitzern – es wäre eine riesen Gemeinschaftsleistung. Ich bin zusammen mit dem gesamten Gemeinderat vom Nutzen des Projektes überzeugt – bitte überlegen Sie es sich auch.

 

Ihr

Jochen Fetzer
Bürgermeister