Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nach dem sogenannten Lockdown im März konnten wir in Deutschland die erste Coronawelle einigermaßen glimpflich überstehen. Die Zahl der Todesfälle ist im Vergleich zu anderen Ländern zwar gering, dennoch bedauern wir jeden einzelnen Verlust.

Leider ist seit kurzem wieder in vielen Bundesländern ein Zuwachs in den Fallzahlen zu beobachten. Bundesweit gibt es viele kleinere Ausbruchgeschehen in verschiedenen Landkreisen, die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen, z.B. größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis, Freizeitaktivitäten, an Arbeitsplätzen, aber auch in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen. Hinzu kommt, dass COVID-19-Fälle zunehmend unter Reiserückkehrern identifiziert werden. Daher ist die Sorge groß, dass sich zahlreiche Reisende anstecken könnten und so das Virus in ihre Heimat tragen.

Für die bevorstehende Urlaubszeit stellt sich nun die Frage nach der richtigen Verhaltensweise. Soll man ganz auf Urlaub verzichten, diesen nur in Deutschland verbringen oder doch ins Ausland reisen? Ich denke, da muss jeder selbst seinen eigenen Weg finden. Egal, wohin man fährt oder es sich nur am einheimischen Badesee gemütlich macht, muss man sich im Klaren sein: Das Virus ist nach wie vor da. Deswegen müssen wir sehr vorsichtig sein. Wo auch immer sollten Abstände eingehalten, Hände regelmäßig gewaschen und Masken getragen werden – zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer Menschen.

Fahren Sie, wenn es irgendwie geht, nicht in Risikoländer. Bei einer Reise dorthin, müssen Sie bei der Rückkehr 14 Tage in Quarantäne. So ist die Verordnungslage. Sie müssen wissen, dass Sie aus bestimmten Ländern sehr, sehr leicht die Infektion in unsere Gemeinde, unseren Landkreis tragen können.

Unvernunft und damit Gefahrenpotential lauert aber nicht nur im Ausland, sondern auch in heimischen Gefilden. So ist vermehrt zu beobachten, dass auf unseren Spiel- und Grillplätzen wieder Partys im Gange sind. Seien Sie sich bewusst, dass Sie mit größeren Festen zu einem sogenannten Hotspot werden können. Deshalb sind nach wie vor nur Zusammenkünfte bis 20 Personen auflagenfrei. Darüber hinaus haben Sie die Hygieneanforderungen der Coronaverordnung einzuhalten. Wenn Sie Fragen hierzu haben, wir beraten Sie gerne.

Ich bitte Sie, werden Sie nicht leichtsinnig. Sehr wahrscheinlich sind die Gesundheitsbehörden für eine zweite Welle gut gerüstet. Aber die Schäden für die Wirtschaft und Gesellschaft könnten unter Umständen so nachhaltig sein, dass deren vollständige Reparatur jahrzehntelang dauern.

Urlaub und Erholung sind auch unter den gegebenen Umständen möglich – das ist meine feste Überzeugung. Denken Sie einfach tagtäglich an diejenigen Dingen, die wir in den letzten Monaten gelernt haben. So trägt jeder dazu bei, dass ein Urlaub auch ein schöner Urlaub ist und bleibt.

Ich wünsche Ihnen eine schöne, stressfreie und gesunde Sommerzeit.

Ihr

Jochen Fetzer
Bürgermeister