Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Diskussion um die Lockerung der coronabedingten Auflagen in Deutschland ist in vollem Gange. Kein Tag vergeht, an dem nicht irgendein Bundesland, eine Partei, einzelne Politiker, Ärzte oder auch Lobbygruppen Vorschläge oder Forderungen auf den Tisch legen, wie mit den strengen Auflagen weiterverfahren werden soll. Zwar sind die Einschnitte in die Freiheitsrechte der Menschen noch immer enorm, doch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie stehen mittlerweile klar im Vordergrund der Debatten. Die Angst vor dem Verlust an finanzieller Sicherheit treibt die Bürgerinnen und Bürger sogar schon zu Protesten auf die Straße. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die nächsten Wochen entwickeln – ich denke aber, es herrscht Einigkeit darüber, dass es ein Leben wie vor der Krise noch sehr lange nicht geben wird. Gerade dort, wo viele Menschen zusammenkommen, ist die unkontrollierte Ausbreitung des Virus am wahrscheinlichsten. Deshalb wurden die meisten Großveranstaltungen vorsorglich schon abgesagt – so auch in unserer Gemeinde (Maibaumstellen, Dorffest, Feuerwehrfeste, Jubiläum Musikkapelle, Flohmarkt Ruine, Eulogiusritt etc.)

Lockerungen gibt es zwischenzeitlich bei Gottesdiensten. So dürfen diese wieder stattfinden. Kirchliche Veranstaltungen im Freien mit bis zu 100 Gläubigen sind ebenfalls wieder möglich. Die Höchstteilnehmerzahl bei Beerdigungen wurde auf 50 angehoben. Diese Regelungen gelten allesamt aber nur, wenn gewisse Hygienestandards (z.B. Abstandsgebot) eingehalten sind. Ich freue mich, dass unsere Kinder seit dieser Woche auch wieder die Spielplätze benutzen dürfen. Bitte beachten Sie – liebe Eltern – die Aushänge an den Spielplätzen zu den empfohlen Verhaltensregeln.

Im Kinderhaus Abenteuerland und in der Grundschule läuft zwischenzeitlich die erweiterte Notbetreuung an. Eltern, die einen präsenzpflichtigen Arbeitsplatz haben und für ihre Arbeitgeber unabkömmlich sind, können die Betreuung beantragen. Bitte beachten Sie, dass die Infektionsgefahr trotz aller Vorsichtsmaßnahmen höher ist als zuhause.

Ein Schmunzeln löst bei mir eine Gemeinsamkeit der meisten Menschen in unserem Land aus: Es verbindet uns eine üppige Haarpracht! Über einen Monat mussten wir auf einen Friseurbesuch verzichten. Dies gilt es jetzt nachzuholen. Ich danke den Friseurinnen und Friseuren für ihre Bereitschaft, mit ganz viel Einsatz und überdurchschnittlichen Arbeitszeiten dafür zu sorgen, dass wir wieder anständig aussehen.

Von der Brauerei Zoller-Hof haben wir vor kurzem 220 Mund- und Nasenschutzmasken erhalten, die wir an den Kindergarten, die Schule sowie an die Feuerwehr verteilt haben. Sie stammen aus der Zoller-Hof Mundschutz-Aktion, bei der jeder, der Masken genäht hat, Getränke oder Tankgutscheine erhalten konnte. Ein ganz herzliches Dankeschön an die Brauerei Zoller-Hof für diese tolle Spende an die Gemeinde Bingen.

Ansonsten wünsche ich Ihnen: Bleiben Sie gesund!

Herzlichst

Jochen Fetzer
Bürgermeister