Beratung und Hausbesuche nach Corona-Lage
Baubeginn weiter im Frühjahr 2022 möglich

Die Nahwärmeregion Sigmaringen plant weiter intensiv am Wärmenetz in Bingen. Im Dialog mit Bürgermeister Fetzer und dem Gemeinderat werden die letzten Details des Gestattungsvertrages geklärt. Zudem laufen Abstimmungen zu den Gewerken Glasfaser und Stromnetz, die ja im gleichen Bauvorhaben umgesetzt werden sollen. Die sehr guten Rückläufe der Fragebögen sind in die Planungen eingeflossen. Das Interesse aus der Bevölkerung ist überdurchschnittlich hoch. Es gibt erste Überlegungen zu den möglichen Bauabschnitten. Alle Signale stehen auf grün. Doch zwei große Hindernisse stehen den Planungen aktuell entgegen. Die Coronakrise und die Unklarheit über die Förderbedingungen des Bundes für Wärmenetze, die 2022 gebaut werden sollen.

Trotz der erfolgreichen Online-Bürgerinformation fehlt weiter der zentrale Punkt der Entwicklung eines Wärmenetzes, der konkrete Kontakt zu Kundinnen und Kunden. Beratungsgespräche und Hausbesuche sind im Lockdown nicht möglich. Doch hoffen die Verantwortlichen, dass sich das im Frühsommer ändert. Dieser Kontakt zu den Kunden ist für die Umsetzung des Projektes entscheidend. Der Dialog mit den Kundinnen und Kunden wird aufgenommen, sobald dies die Pandemie zulässt. Dennoch arbeiten die Fachleute der solarcomplex AG für die NRS im Hintergrund intensiv an der Projektplanung. So untersuchen Fachleute für Landschaftsplanung und Biologie derzeit die artenschutzrechtlichen Bedingungen für mögliche Standorte des Solarthermiefeldes. Auch der Zuschnitt und die Größe des ersten Bauabschnitts des Wärmenetzes wird derzeit intensiv geplant.

Dennoch liegt die finale Entscheidung über ein Wärmenetz immer im Dialog mit den Kunden. Wessen Interesse, das im Fragebogen unverbindlich geäußert wurde, mündet tatsächlich in einem Vertrag? Kommen genügend Verträge zustande, dass den Kundinnen und Kunden ein attraktiver Wärmepreis angeboten werden kann. Nur dann, wenn Wärmelieferungsverträge unterschrieben werden können und der Preis für die Wärmelieferung festgelegt werden kann, sind weitere Schritte möglich. Trotz der deutlichen zeitlichen Verzögerung durch die Pandemie sind wesentliche Eckpunkte des ursprünglichen Zeitplans immer noch erreichbar. Aber das Zeitfenster wird jede Woche kleiner.

Ein weiterer Stolperstein sind die Förderprogramme. Die bundeseinheitliche Förderung für Wärmenetze hätte am 1. Januar 2021 in Kraft treten sollen. Heute hofft man auf das dritte Quartal 2021. Wenn Klarheit zu den Förderbedingungen besteht und es gelingt, die Kundinnen und Kunden in den nächsten Monaten zu besuchen, dann sind auch rechtzeitige Festlegungen zu Preisen und Verträgen möglich. Dies sollte spätestens im 4.Quartal 2021 passieren. Dann kann final geplant und ausgeschrieben werden. Dann ist auch ein Baubeginn im Frühjahr 2022 noch möglich.