Forstwirtschaftsplan 2022 beschlossen
Zu diesem Tagesordnungspunkt waren Betriebsleiterin Juliane Spiegelhalter und Förster Günther Letsch anwesend. Einleitend verschaffte Frau Spiegelhalter den Gemeinderäten einen Überblick über die derzeitige Lage in Sachen Borkenkäfer und Holzmarkt. Beim Borkenkäfer scheint der Höhepunkt überschritten zu sein. Nicht nur dass verhältnismäßig nasse Frühjahr, sondern auch die natürliche Entwicklung der Borkenkäferpopulationen sorgen dafür, dass die Masse an Schädlingen abnimmt. Man beobachtete Anfang der 2000er Jahre bereits eine ähnliche Entwicklung, die ungefähr sieben Jahre andauerte. Die sich daran anschließende Latenz, also die Zeit mit ganz wenig Käferbefall, dauerte fast genau so lange bevor die Population im Jahr 2015 wieder zu steigen begann. Im Landkreis Sigmaringen hat man versucht, mit mehreren Trockenlagern, die weit genug vom Wald entfernt liegen, der Problematik Herr zu werden. Einerseits wurden befallene Bäume samt Käfer aus dem Wald gebracht. Anderseits wurde das „gute“ Holz in Sicherheit gebracht, damit es auf dem Polter nicht vom Käfer befallen wird; so konnte man z.B. auch die chemische Behandlung des Holzes vermeiden. Eines der Trockenlager befindet sich hinter dem Gewerbegebiet Taubenried.

Der Holzmarkt war bis zur Zunahme der Käferholzmengen im Jahr 2015 auf stabil hohem Niveau. Der Preis für das beste Fichtensortiment lag bei rund 100 EUR/fm. Mit der Zunahme des Schädlings sank der Preis stark ab. Anfang 2020 betrug er lediglich noch 40 EUR/fm. Durch die Kapriolen auf dem Baustoffmarkt im Jahr 2021 schoss der Preis auf einmal bis auf einen historischen Höchststand von 120 EUR/fm hinauf. Langsam stabilisiert sich die Lage etwas niedriger, aber wieder auf einem ordentlichen Niveau. So können die Forstfachleute für das Jahr 2022 optimistisch planen und sagen aus heutiger Sicht einen Überschuss für den Gemeindehaushalt von knapp 82.000 EUR voraus. Der Einschlag liegt bei rund 8.700 fm und setzt sich aus 5.900 fm Nadel- und 2.800 fm Laubholz zusammen. Wie im Forsteinrichtungswerk jüngst beschlossen werden vorzugsweise stärke und ältere Fichtenbestände geschlagen, da sie bei Stürmen anfälliger sind als jüngere Bestände. Mit dem Forstwirtschaftsjahr 2022 scheint man wieder aus eigener Kraft aus den roten Zahlen herauszukommen. Im Jahr 2020 musste man noch einen Verlust von 75.000 EUR hinnehmen. Der Plan 2021 konnte nur durch den Ansatz von staatlichen Zuschüssen ins Positive gedreht werden.

Nach der Beantwortung einiger Fragen beschloss der Gemeinderat einstimmig den Forstwirtschaftsplan 2022. Bürgermeister Jochen Fetzer bedankte sich für den Vortrag und schloss auch die vier Forstwirte der Gemeinde in den Dank mit ein.

 

Brennholzpreis steigt leicht
Der Grund für die Behandlung des Themas war eine anstehende Änderung bei der Umsatzbesteuerung des Gemeindewaldes. Der Steuersatz für Brennholz steigt von 5,5% auf 7%. Außerdem darf die Gemeinde die in den Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer nicht mehr behalten, sondern muss sie künftig ans Finanzamt abführen. Um beim Erlös keine Abstriche zu machen müsste die Gemeinde somit die Preise um 7% erhöhen. Seit 2018 liegen diese bei 62 EUR/fm. Für auswärtige Käufer kommt auf diesen Preis noch die Umsatzsteuer hinzu; bei Einheimischen ist sie enthalten. Dass es sich beim Brennholz nicht um ein reines Nischenprodukt handelt zeigt die Tatsache, dass rund 88.000 EUR der Einnahmen allein aus diesem Segment kommen.

Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um die künftige Gestaltung des Preises. Ein Antrag aus der Mitte des Gemeinderats, die Erlössituation beizubehalten, d.h., die Preise um 7% zu erhöhen, wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt. Ein Kompromissvorschlag, ebenfalls aus der Mitte des Gemeinderats, einen Preis von 63 EUR/fm festzusetzen, fand die erforderliche Mehrheit. Bei auswärtigen Käufern kommt die Umsatzsteuer mit 7% hinzu.

Der Verkauf von Polterholz kann somit beginnen. Bitte beachten Sie die Veröffentlichung an anderer Stelle im Blättle.

Spende genehmigt
Der Gemeinderat genehmigte die Annahme einer Spende der Hohenzollerischen Landesbank für die Jugendfeuerwehr zum Kauf von Atemschutzattrappen.