Ehemalige Schmiede wird abgebrochen
Wie bereits berichtet konnte die Gemeinde die ehemalige Schmiede Echsle in der Hauptstraße erwerben. Geplant ist dort, einige kleinere Bauplätze für Einfamilienhäuser zu errichten. Doch zuvor muss der Altbestand abgebrochen werden. Deshalb schrieb man die Arbeiten beschränkt aus. Das günstigste Angebot kam von der Firma Sauter aus Inneringen. Einstimmig vergab der Gemeinderat den Auftrag.

Fachingenieure für Rathausneubau bestimmt
Aufgrund von EU-Vorgaben mussten die weiteren Dienstleistungen für den Rathausneubau, die Fachingenieure für Elektrik, Statik und Heizung/Sanitär/Lüftung europaweit ausgeschrieben werden. Die Gemeinde wurde in diesem aufwändigen Verfahren vom Architekturbüro Hirthe aus Friedrichshafen betreut. Herr Hirthe zeigte die einzelnen Verfahrensschritte auf und legte den Gemeinderäten die Wertung der Angebote dar. Schlussendlich fiel die Entscheidung der Fachgewerke auf das Ing.büro Hankiewicz aus Trochtelfingen (Heizung/Sanitär/Lüftung), das Ing.büro e-projekt Friedrich aus Krauchenwies und das Büro Baustatik Relling aus Singen.

Standort für das neue Rathaus bleibt unverändert
Seit rund 10 Jahren bemüht sich die Gemeinde um eine Nachnutzung auf dem Lammareal. Favorit war in diesem Zusammenhang immer eine Wohnnutzung. Doch das erste Vorhaben, eine ambulante Wohngemeinschaft, wurde mangels Investoreninteresse wieder verworfen. Im Sommer 2017 trat die Firma Dreher Bau aus Vilsingen auf den Plan und sagte zu, bei entsprechender Nachfrage ein barrierefreies Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten zu errichten. Das Fazit nach der Bewerbung des Projektes ist, dass es lediglich einen verbindlichen Interessen gibt. Unter diesen Voraussetzungen kommt das Projekt nicht zustande.

Der Bürgermeister hat deshalb das Konzept der Ortsmitte nochmals zur Diskussion gestellt und die Gemeinderäte mit der Frage konfrontiert, ob man es nicht ändern solle. Insbesondere galt es auszuloten, ob man am tatsächlichen Bedarf vorbeiplane. Denn es ist festzustellen, dass die Zielgruppe für das Projekt auf dem Lammareal, die Generation 60+, eher kleinere Bauplätze kauft, um barrierefreie Einfamilienhäuser zu errichten. Er befürchtet, dass das Lammareal unter diesen Umständen noch lange brach liegen bleibt und schlägt deshalb vor, das neue Rathaus dort zu platzieren und somit eine Anschlussnutzung herbeizuführen.

Voraussetzung für den Neubau des Rathauses am derzeit geplanten Standort ist der Abbruch des Gebäudes Hauptstraße 19. Das Haus ist mit dem Nachbargebäude zusammengebaut, was besondere Anforderungen an den Abbruch stellt. So ist die Gemeinde verpflichtet für die Standsicherheit der gemeinsamen Wand zu sorgen. Nicht zuletzt durch weitere Auflagen des Prüfstatikers verteuert sich die Abbruchmaßnahme (incl. Sicherungsmaßnahmen) auf über 100.000 EUR.

Es folgte eine intensive, aber sehr sachliche Diskussion, in der nochmals der Werdegang der Planung für die Ortsmitte und die jetzigen Umstände abgewogen wurden. Man war sich bewusst, dass eine Änderung des Konzepts jetzt noch möglich ist – später wird es schwierig und kostenintensiv. Die Mehrheit des Gemeinderats sah im bisherigen Konzept den gelungeneren Ansatz, obwohl zu früheren Zeiten auch schon einmal das Lammareal als Rathausstandort zur Debatte stand. Man solle mit Blick auf das Lammareal weiter Geduld haben, eventuell löse die Erschließung von mehreren kleinen Bauplätzen im Bereich der jetzigen Schmiede Echsle neuen Schwung aus. Einige Ratsmitglieder waren der Ansicht, man solle jetzt die Bemühungen für den Geschosswohnungsbau auf dem Lammareal beenden und mit dem neuen Rathaus eine andere sinnvolle Nachnutzung einleiten. Sowohl Städteplaner Roland Gross als auch der Planer des Rathauses, Helmut Hagmüller vom Büro Schaudt, sahen das Lammareal als echte Alternative zum jetzigen Standort. Allerdings wäre dort eine Wohnnutzung vorzuziehen – nur müsste es die Binger Bevölkerung auch nachfragen. Dass die Baupreise derzeit hoch sind, ist unbestritten. Allerdings liegen sie beim hiesigen Projekt im Rahmen des momentan üblichen.

Letztendlich sprach sich eine Mehrheit von 10 zu 3 für die Beibehaltung des bisherigen Konzepts der Ortsmitte aus. Das neue Rathaus wird somit neben dem jetzigen Amt erstellt.

Die Firma Dreher Bau bestätigte nach der Sitzung, dass sie an einem Bau weiter interessiert ist. Bei entsprechender Nachfrage (drei bis vier Wohnungskäufer) wird das Projekt wieder aufgenommen.