Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) Anträge auf Zuschüsse frühzeitig stellen

Das ELR bietet Gemeinden und Privatpersonen ein breites Förderangebot, um die ökologische und soziale Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen.

Eine wichtige Erkenntnis aus Modellvorhaben ist, dass in vielen Dörfern im Innenbereich Fläche für die Ortsentwicklung durch leerstehende Gebäude vorhanden ist. Die Förderung konzentriert sich daher noch stärker auf die Innenentwicklung und vor allem das Wohnen zur Belebung der Ortskerne. Damit sollen die Ortskerne gestärkt und der Landschaftsverbrauch im Außenbereich gebremst werden.

Für folgende Maßnahmen bestehen Fördermöglichkeiten:

  • Wohnen:
    Erhaltung und Stärkung der Ortskerne durch
    • Umnutzung vorhandener Bausubstanz,
    • Maßnahmen zur Erreichung zeitgemäßer Wohnverhältnisse
      (umfassende Modernisierung)
    • ortsbildgerechte Neubauten in Baulücken (mit Abriss)
    • Verbesserung des Wohnumfelds,
    • Entflechtung unverträglicher Gemengelagen und
      Neuordnung mit Baureifmachung von Grundstücken.

Die Umnutzung leerstehender Gebäude zu Wohnungen wird bevorzugt gefördert.
Bitte beachten Sie, dass sich die Förderung auf Gebäude mit Baujahr vor 1945, ausnahmsweise bis 1969, beschränkt.

  • Grundversorgung:
    Sicherung der wohnortnahen Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen.
    Sonderförderung der örtlichen Dorfgastronomie: Dorfgaststätten werden mit einem erhöhten Zuschussfördersatz gefördert.
  • Arbeiten:
    Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen zum Erhalt der dezentralen Wirtschaftsstruktur sowie zur Sicherung und Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen, vor allem in Verbindung mit der Entflechtung unverträglicher Gemengelagen, der Reaktivierung von Gewerbebrachen, einschließlich vorbereitender Maßnahmen wie Baureifmachung von Grundstücken und die dazu notwendige innere Erschließung von Gewerbegebieten.

Im Hinblick auf die umfangreichen Vorarbeiten für einen Zuschussantrag ist es unbedingt erforderlich, frühzeitig die Beratung durch den Städteplaner der Gemeinde, Herrn Dipl. Ing. Roland Groß, in Anspruch zu nehmen. Die Beratung ist kostenfrei und wird von der Gemeinde getragen.

Wer Interesse hat, über die Gemeinde einen Zuschussantrag beim Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum zu stellen, sollte bitte bis spätestens

30. Juni 2021 

mit der Gemeindeverwaltung Bingen Herrn Bürgermeister Jochen Fetzer (Tel.: 74070) Kontakt aufnehmen, um einen Beratungstermin mit Herrn Groß zu vereinbaren.

Die NRS informiert: Planungen für das Wärmenetz in Bingen laufen weiter

Beratung und Hausbesuche nach Corona-Lage
Baubeginn weiter im Frühjahr 2022 möglich

Die Nahwärmeregion Sigmaringen plant weiter intensiv am Wärmenetz in Bingen. Im Dialog mit Bürgermeister Fetzer und dem Gemeinderat werden die letzten Details des Gestattungsvertrages geklärt. Zudem laufen Abstimmungen zu den Gewerken Glasfaser und Stromnetz, die ja im gleichen Bauvorhaben umgesetzt werden sollen. Die sehr guten Rückläufe der Fragebögen sind in die Planungen eingeflossen. Das Interesse aus der Bevölkerung ist überdurchschnittlich hoch. Es gibt erste Überlegungen zu den möglichen Bauabschnitten. Alle Signale stehen auf grün. Doch zwei große Hindernisse stehen den Planungen aktuell entgegen. Die Coronakrise und die Unklarheit über die Förderbedingungen des Bundes für Wärmenetze, die 2022 gebaut werden sollen.

Trotz der erfolgreichen Online-Bürgerinformation fehlt weiter der zentrale Punkt der Entwicklung eines Wärmenetzes, der konkrete Kontakt zu Kundinnen und Kunden. Beratungsgespräche und Hausbesuche sind im Lockdown nicht möglich. Doch hoffen die Verantwortlichen, dass sich das im Frühsommer ändert. Dieser Kontakt zu den Kunden ist für die Umsetzung des Projektes entscheidend. Der Dialog mit den Kundinnen und Kunden wird aufgenommen, sobald dies die Pandemie zulässt. Dennoch arbeiten die Fachleute der solarcomplex AG für die NRS im Hintergrund intensiv an der Projektplanung. So untersuchen Fachleute für Landschaftsplanung und Biologie derzeit die artenschutzrechtlichen Bedingungen für mögliche Standorte des Solarthermiefeldes. Auch der Zuschnitt und die Größe des ersten Bauabschnitts des Wärmenetzes wird derzeit intensiv geplant.

Dennoch liegt die finale Entscheidung über ein Wärmenetz immer im Dialog mit den Kunden. Wessen Interesse, das im Fragebogen unverbindlich geäußert wurde, mündet tatsächlich in einem Vertrag? Kommen genügend Verträge zustande, dass den Kundinnen und Kunden ein attraktiver Wärmepreis angeboten werden kann. Nur dann, wenn Wärmelieferungsverträge unterschrieben werden können und der Preis für die Wärmelieferung festgelegt werden kann, sind weitere Schritte möglich. Trotz der deutlichen zeitlichen Verzögerung durch die Pandemie sind wesentliche Eckpunkte des ursprünglichen Zeitplans immer noch erreichbar. Aber das Zeitfenster wird jede Woche kleiner.

Ein weiterer Stolperstein sind die Förderprogramme. Die bundeseinheitliche Förderung für Wärmenetze hätte am 1. Januar 2021 in Kraft treten sollen. Heute hofft man auf das dritte Quartal 2021. Wenn Klarheit zu den Förderbedingungen besteht und es gelingt, die Kundinnen und Kunden in den nächsten Monaten zu besuchen, dann sind auch rechtzeitige Festlegungen zu Preisen und Verträgen möglich. Dies sollte spätestens im 4.Quartal 2021 passieren. Dann kann final geplant und ausgeschrieben werden. Dann ist auch ein Baubeginn im Frühjahr 2022 noch möglich.