Öffentliche Bekanntmachung – Geplante Wärmeversorgung in Bingen und Hitzkofen

Die Gemeinde Bingen beabsichtigt zur Errichtung einer zentralen Wärmeversorgung in den Ortsteilen Bingen und Hitzkofen das Wegenutzungsrecht für die Verlegung von Wärmeleitungen zu vergeben.

Interessenten können sich bis Freitag, 3. April 2020, 12:00 Uhr, bei der Gemeinde Bingen, Hauptstraße 21, 72511 Bingen schriftlich bewerben.

Bingen, 28. Februar 2020

Jochen Fetzer
Bürgermeister

Bericht aus der Gemeinderatssitzung am 17.02.2020

Fragen der Einwohner
Es wurde gefragt, wann die Sanierung der Kreisstraße zwischen Bingen und Hornstein erfolgen wird. Der Vorsitzende versprach, diesbezüglich bei der Kreisverwaltung nachzuhaken. Von dort wurde mitgeteilt, dass die Sanierung – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kreistag – für das nächste Jahr vorgesehen ist.

Bauarbeiten Lamm-Areal vergeben
Die Bauarbeiten zur Erschließung von vier Bauplätzen auf dem Lamm-Areal wurden öffentlich ausgeschrieben. Die Tief- und Straßenbauarbeiten wurden an die Firma Schöppler aus Meßkirch zum Preis von knapp 175.000 € vergeben. Sie beinhalten neben dem Bau einer kleinen, hofähnlichen Straße die Herstellung der Kanalanschlüsse sowie den Geländeabtrag und den Abbruch der noch stehenden Mauern. Der Leitungsbau für die Wasserversorgung ging an die Firma Unger aus Frickingen mit knapp 12.000 €. Laut Aussage von Dipl.-Ing. Kiesel vom Büro Langenbach liegen die Preise deutlich niedriger als in der Kostenkalkulation berechnet.

Bei der Ausschreibung wurde den Firmen ein großer Spielraum bei der Umsetzung der Maßnahme eingeräumt. So muss die Erschließung erst im Herbst fertiggestellt sein. Dies erfordert auf der einen Seite zwar noch etwas Geduld von den Gemeinderäten, andererseits führte es zu einem Wettbewerb und guten Preisen. 

Nahwärmenetz geplant
Die NRS GmbH (Nahwärmeregion Sigmaringen), eine Gesellschaft der Stadtwerke Sigmaringen und der Solarcomplex AG aus Singen ist mit der Idee auf die Gemeinde zugekommen, ein Nahwärmenetz nach dem Vorbild bereits bestehender Bioenergiedörfer einzurichten. Über ein Nahwärmenetz könnten Privathaushalte, Betriebe und auch kommunale Liegenschaft mit Wärme versorgt werden. Dem Gemeinderat wurde die Idee bereits in einer Klausurtagung im November vorgestellt. Des Weiteren besichtigte das Gremium Heizzentralen in Büsingen und Randegg (Landkreis Konstanz).

Die grundsätzliche Realisierung und räumliche Ausdehnung eines Nahwärmenetzes ist von der Nachfrage der Gebäudebesitzer abhängig. Deren Lage und Anzahl ist für die Wirtschaftlichkeit des Projekts maßgeblich, da sich das Vorhaben selbst tragen muss. Deshalb werden über eine erste Informationsveranstaltung sowie über eine Interessenbekundungsphase Grundstückseigentümer ausgemacht, die einen Anschluss wünschen. Da die Entfernung nach Hochberg zu groß ist und Hornstein bereits über ein eigenes Netz verfügt, beschränkt sich die Idee zunächst auf Bingen und Hitzkofen. Als erstes muss die NRS GmbH jedoch wissen, ob die Gemeinde grundsätzlich bereit ist, die öffentlichen Wege für die Verlegung von Heizleitungen zur Verfügung stellen.

Für die Gemeinde wäre das Projekt grundsätzlich kostenlos. Es ist sogar üblich, für die Überlassung der öffentlichen Flächen eine Konzessionsabgabe zu verlangen, was jedoch in der Summe keinen größeren Einnahmeeffekt nach sich zieht. Allerdings sollte man sich gut überlegen, ob im Zuge des Baus der Heizleitungen nicht auch Glasfaser-Leerrohre mitverlegt werden. Eine bessere Gelegenheit mit offenen Gräben bis in die Häuser ergibt sich vermutlich nicht mehr. Entscheidet sich die Gemeinde zu diesem Schritt, dann wäre es allerdings mit Kosten verbunden.

Die Gremiumsmitglieder zeigten sich dem Thema gegenüber aufgeschlossen, vor allem, weil man bei der Besichtigungsfahrt gesehen hat, dass es sich um ein schlüssiges Konzept handelt. So hat man sich bei der Wärmeerzeugung sowohl in Büsingen als auch in Randegg für eine Kombination aus Solarthermie (hauptsächlich im Sommer) und Hackschnitzel entschieden. Gebäudebesitzer werden sich in den kommenden Jahren vermehrt Gedanken machen müssen, wie sie künftig ihre Wärmeversorgung regeln. Die Gesetzgebung verschärft die Anforderungen an den Schadstoffausstoß permanent. So sind beispielsweise ältere Holzöfen bald nicht mehr zulässig. Beim Austausch von Heizkesseln wird bereits jetzt ein regenerativer Anteil verlangt, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass das Gebäude überdurchschnittlich wärmegedämmt ist.

Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte Herr Dürr-Pucher von Solarcomplex, dass eine Umsetzung des Projekts eine Wärmeabnahme von mindestens 50% eines Versorgungsnetzes erfordere. Das Versorgungsnetz ist nicht zwingend mit der Gemeinde oder einem Ortsteil gleichzusetzen; es kann auch Teile davon umspannen.

Einstimmig erklärten sich die Gemeinderäte bereit, die öffentlichen Straßen und Wege für ein Wärmenetz zur Verfügung zu stellen, wenn die Nachfrage aus der Bevölkerung entsprechend hoch ist. Die Einzelheiten eines Vertrages werden noch ausgehandelt und in einer weiteren Sitzung besprochen.

Zur weiteren Vorgehensweise teilte der Vorsitzende mit, dass im Amtsblatt auf den Beschluss des Gemeinderates aufmerksam gemacht wird und sich weitere potentielle Betreiber eines Wärmenetzes melden können (siehe Veröffentlichung an anderer Stelle im Blättle). Im Laufe des Jahres findet dann eine erste Informationsveranstaltung über die Idee des Wärmenetzes statt. Bei guter Nachfrage werden die Pläne in weiteren Bürgergesprächen verfeinert.

Druckerhöhung für Teile Hornsteins
Der Höhenunterschied zwischen dem Hochbehälter Hornstein und den unmittelbaren Anwohnern in der Burgstraße (oberhalb der 90°-Kurve) ist relativ gering. Dadurch werden die Gebäude mit niedrigen Wasserdrücken, teilweise unter 2 bar, versorgt. Dies führt zu unbefriedigenden Situationen, z.B. im oberen Stockwerk oder beim Betrieb neuartiger Hausgeräte. Die teilweise eingebauten Hauswasser–Druckanlagen bieten zwar Abhilfe, sind jedoch auf Dauer nicht zufriedenstellend.

Als Lösung bietet sich der Einbau einer zentralen Druckerhöhungsanlage in den Hochbehälter Hornstein an. Voraussetzung für einen ordnungsgemäßen Betrieb im oberen Teil der Burgstraße ist jedoch die Herstellung einer zusätzlichen Wasserleitung vom Hochbehälter bis zu den nächsten gelegenen Gebäuden mit ungefähr 75 Metern Länge.

Die Verlegung der neuen Wasserleitung würde zwar vom Gemeindebauhof erledigt. Beim Ausheben des Grabens bedarf es jedoch einer Baufirma. Aufgrund einer beschränkten Ausschreibung gingen fünf Angebote ein. Das günstigste Gebot gab die Firma Späth aus Langenenslingen mit rund 37.000 € ab. Der Gemeinderat vergab den Auftrag einstimmig.

Die Druckerhöhung selbst wird von der Firma Lohr aus Ravensburg installiert. Aufgrund der erforderlichen Passgenauigkeit ins System des Wasserversorgungsverbundes wurde von einer Ausschreibung abgeraten; es soll auf den bisherigen, bewährten Partner gesetzt werden.

Ein Gemeinderat wollte wissen, ob es möglich sei, ganz Hornstein in die Druckerhöhung einzubinden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist dies möglich, so der Vorsitzende. Allerdings rät er zunächst davon ab, da in den tieferliegenden Gebäuden dann Gegenmaßnahmen (Druckminderer) ergriffen werden müssen, die die Gebäudebesitzer selbst umzusetzen haben. Durch die Anordnung des Wasserleitungsnetzes in Hornstein wäre jedoch so eine Umstellung ohne weitere Tiefbauarbeiten möglich und somit später auch noch einfach zu realisieren.

Die Umsetzung dieser eher kleinen Baumaßnahme hängt von den weiteren Aufträgen der Baufirma ab, geschieht aber im Laufe des Jahres 2020.

Baugesuche
Einstimmig erteilte der Bauausschuss das gemeindliche Einvernehmen für folgende Bauanträge: Anbau eines Hobbyraumes an ein bestehendes Wohnhaus in der Veringer Straße (Hochberg) und Neubau eines Wohnhauses in der Mosteltal-Straße (Hitzkofen).