Weihnachtsgruß 2019

Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Weihnachten ist ein besinnliches Fest. Wir halten inne und fragen uns, was im Leben wirklich wichtig ist. Und das – da stimmen Sie mir sicher zu –, das sind vor allem immaterielle Werte. Selbstverständlich brauchen wir alle unser Auskommen, selbstverständlich sollten alle ausreichende Mittel zum Leben haben – doch wie leer wäre unser Dasein ohne Freude und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, ohne menschliche Nähe und gegenseitige Unterstützung. Was zählt, in unserem privaten Leben wie in unseren Gemeinden, das sind Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Weihnachten lädt dazu ein, an andere zu denken, an Menschen, die uns nahestehen, aber auch an Menschen, die Unglück oder Leid erfahren haben. Weihnachten lädt dazu ein, anderen eine Freude zu machen und dafür zu wirken, dass es ein bisschen besser zugeht auf unserer Welt. Wir Einzelne können gewiss nicht gleich alle Probleme lösen oder allen Menschen helfen, aber es ist schon viel geholfen, wenn wir nicht wegschauen, sondern hinsehen.

Ich bin sehr froh, dass sich viele Menschen in unserer Gemeinde für ihre Mitmenschen oder allgemeine Belange engagieren. Sie halten unsere Vereine am Laufen oder stärken die Freiwillige Feuerwehr und das DRK, sie wirken in der Nachbarschaft oder in karitativen Organisationen, engagieren sich im Gemeinderat. Was sie auch tun – sie tragen dazu bei, dass es sich in Bingen, Hitzkofen, Hornstein und Hochberg gut leben lässt; sie machen unsere Welt wärmer und freundlicher; sie zünden – nicht nur zur Weihnachtszeit – viele Lichter an, die weithin strahlen. Hierfür danke ich Ihnen im Namen der ganzen Gemeinde.

Angesichts all der Krisen und Konflikte in unserer Welt, angesichts der großen Nöte, unter denen viele Menschen zu leiden haben, angesichts all dessen kann man sich schon fragen, wo eigentlich das Positive bleibt. Aber das Positive ist noch da, es ist mitten unter uns. Es findet nur nicht so leicht den Weg in die Schlagzeilen, es bekommt nicht so viel mediale Aufmerksamkeit. Das Positive, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sind die Menschen, die sich umeinander kümmern, in der Familie, in der Nachbarschaft, im eigenen Ort, oder die sich für mehr Lebensqualität, mehr Gerechtigkeit oder für Frieden einsetzen.

Die Weihnachtsbotschaft spricht auch heute, 2000 Jahre, nachdem sie in die Welt gekommen ist, die Menschen an. Frieden auf Erden, Mitmenschlichkeit, ein Zeichen der Hoffnung – das hat nicht nur Christen etwas zu sagen. Das sind Werte, die auch andere teilen, das umschreibt eine Welt, die sich alle wünschen.

Die meisten von uns kennen die biblische Weihnachtsüberlieferung und verbinden mit ihr eine Geschichte voller Hoffnung. Aber die Weihnachtsgeschichte beschreibt auch eine traurige Realität. Sie erzählt von einem Paar, das in einem Stall einen Platz für sich findet, das für sein gerade geborenes Kind nur eine Krippe hat und das sich kurz nach dieser Geburt, um das eigene Leben zu retten, auf die Flucht begeben muss. Und damit erzählt sie nicht nur eine alte Geschichte, sondern ist ganz aktuell. Auch heute passiert es Tag für Tag, dass Menschen keinen richtigen Platz im Leben finden und dass Menschen fliehen müssen. Die große Flüchtlingswelle nach Deutschland ist offensichtlich vorüber. Doch der Schein trügt, denn mit über 70 Mio. Menschen weltweit ist ein negativer Rekord von Flüchtenden erreicht worden. Menschen, die vor Gewalt, Krieg, Repressalien, Perspektivlosigkeit, Hunger oder Klimaveränderungen ihre Heimat verlassen haben und nach einer neuen Bleibe suchen. Sie suchen kein gemachtes Bett, sondern eine Chance auf ein menschenwürdiges Dasein für sich und ihre Kinder. Wir sollten die Weihnachtsgeschichte in Erinnerung rufen, um die Geschichte der heutigen Flüchtlinge besser verstehen zu können. Die Weihnachtsgeschichte kann uns helfen, den Flüchtenden in der Welt oder direkt vor unserer Haustür mit Respekt zu begegnen.

Für das Jahr 2020 wünsche ich Ihnen, auch im Namen des Gemeinderats und der gesamten Verwaltung, Gesundheit, Frieden und Glück.

Herzliche Weihnachtsgrüße

Ihr

Jochen Fetzer
Bürgermeister

Bericht aus der Gemeinderatssitzung am 16.12.2019

Bauplätze auf dem Lamm-Areal werden erschlossen
In der städtebaulichen Konzeption für das Lamm-Areal ist für den höher gelegenen Bereich (ehemalige Ausstellung der Firma Echsle) ein kleines Baugebiet mit vier Bauplätzen vorgesehen. In der tiefer liegenden Zone sollen zwei größere Mehrfamilienhäuser errichtet werden (wir berichteten).

Für das kleine Baugebiet ist eine Erschließung mit einer Straße sowie den entsprechenden Leitungen erforderlich. In diesem Zug werden die bestehenden Mauern abgebrochen sowie das Gelände dahingehend modelliert, dass der vorhandene Hügel noch um ca. einen Meter abgetragen wird. Ein Parkplatz mit vier öffentlichen Stellplätzen sorgt dafür, dass möglichst keine Fahrzeuge an der Hauptstraße abgestellt werden müssen. Die Erschließungsplanung wurde vom Ing.-Büro Langenbach gefertigt und von Herrn Dipl.-Ing. Fabian Kiesel vorgestellt.

Mit knapp 300.000 EUR liegen die Baukosten angesichts der kurzen Straßenlänge von 50 m relativ hoch. Aber allein die Geländearbeiten schlagen mit knapp 40.000 EUR zu Buche. Außerdem muss mit dem Kanal und der Wasserleitung an die vorhandene Erschließung in der Hauptstraße angeschlossen werden – dort wird auch entlang des Baugebiets der Gehwegbelag komplett erneuert.

Nach kurzer Aussprache beschloss der Gemeinderat die vorgelegte Erschließungsplanung und beauftragte das Ing.-Büro mit der Ausschreibung der Bauarbeiten. Die Umsetzung erfolgt im Laufe des Jahres 2020.

TV Bingen erhält Zuschuss
Der TV Bingen hat vor kurzem eine Tumblingbahn zum Preis von rund 11.000 EUR angeschafft. Unter einer Tumblingbahn ist eine 16 m lange und 2 m breite Turnbahn für das Bodenturnen zu verstehen. Die Bahn ist mit Schraubenfedern gedämpft. Dem TV wurde das bei der WM in Stuttgart eingesetzte Vorführmodell kurzfristig zum Kauf angeboten – die Verantwortlichen mussten schnell reagieren. Deshalb war es schwer möglich, den üblichen Antragsweg für einen Gemeindezuschuss – Antrag vor Beschaffung – einzuhalten. Der TV Bingen bat den Gemeinderat, die besonderen Umstände der Beschaffung zu berücksichtigen und trotz erfolgtem Kauf einen Zuschuss zu gewähren.

Die Gemeinderäte konnten der Argumentation des TV Bingen folgen und unterstützen insbesondere dessen hervorragende Jugendarbeit durch einen 30%-igen Zuschuss für die Tumblingbahn. Allerdings legten sie auch Wert darauf, dass bei künftigen Zuschussanträgen von Vereinen der Gemeinderat frühzeitig eingebunden wird. D.h., Beschaffungen sind vor dem eigentlichen Kauf und möglichst im Jahr vorher anzumelden.

Haushaltsplan des Interkommunalen Gewerbegebiets beraten
Vor knapp vier Wochen konnten sich die Gemeinderäte der am Interkommunalen Gewerbe- und Industriepark Graf Stauffenberg (IGGS) beteiligten neun Kommunen ein Bild über die Lage vor Ort machen. Wirtschaftsförderer Uwe Knoll zeigte die Schwierigkeiten der Umwandlung der ehemaligen Kasernengebäude und -flächen in Gewerbezonen auf. Ein Teil des Gebäudebestands wurde zunächst über eine mietweise Überlassung belegt. Der Verkauf der Gebäude bzw. von unbebauten Flächen kommt erst nach der Aufstellung entsprechender Bebauungspläne in Betracht. Hierfür wurden Mittel in den Haushaltsplan des IGGS eingestellt. Daneben muss man die Infrastruktur in Ordnung bringen. D.h., Kanäle sind auf Schäden zu untersuchen bzw. neu zu bauen, Glasfaserleitungen zu legen, Wasserleitungen und Straßen herzustellen. Außerdem ist der Aufwand für die Bewirtschaftung der Gebäude hoch, weil sich diese noch im Eigentum der Zweckverbandes befinden. Mit dem Verkauf der Gebäude sinkt dieser Anteil.

Die Stadtverwaltung Sigmaringen prognostiziert einen nicht gedeckten laufenden Aufwand von rund 470.000 EUR, welcher nach einem festgelegten Schlüssel auf die beteiligten Gemeinden umgelegt wird. Bingen zahlt einen Betrag von rund 61.000 EUR. Die Investitionen werden mit flexiblen Krediten finanziert, die nach dem Fortschritt der künftigen Verkäufe getilgt werden.

In der anschließenden Diskussion kam zum Ausdruck, dass sich die Gemeinderäte eine möglichst zügige Umsetzung der Konversion wünschen; die jährlichen Umlagebeträge belasten den Gemeindehaushalt doch deutlich. Schlussendlich erteilte man dem Bürgermeister das Mandat, in der Verbandsversammlung des IGGS namens der Gemeinde Bingen für den Haushaltsplan zu stimmen.

Brückensperrung bei Laucherthal
Nach Auskunft der Gemeinde Sigmaringendorf sind die beiden Brücken bei den sogenannten Dreieckshütten in Laucherthal mit Fahrzeugverkehr nicht mehr befahrbar. Sie dürfen lediglich noch mit Fahrrädern befahren werden. Für die Wiederaufnahme des Fahrzeugverkehrs müssen die beiden Bauwerke saniert werden. Die Zuständigkeit hierfür liegt jedoch nicht bei der Gemeinde Bingen.

Hundesteuer
Aus der Mitte des Gemeinderats wurde beantragt, in einer der nächsten Sitzungen über die Einführung einer sogenannten Kampfhundesteuer zu beraten.

Bericht aus der Gemeinderatssitzung am 02.12.2019

Forstergebnis sinkt
Zur sogenannten „Waldsitzung“ begrüßte der Vorsitzende den Betriebsleiter Jörg Scham sowie die Förster Günther Letsch und Lorenz Maichle. Die Forstfachleute berichteten über die derzeit laufenden Arbeiten im Gemeindewald. So wird zum Beispiel gerade die neue periodische Betriebsplanung vorbereitet. Ein Gutachter hatte deshalb in den letzten Wochen eine Betriebsinventur vorgenommen. Hierzu hat er in einem Stichprobenraster den Bewuchs im Gemeindewald vermessen. Aufgrund dieser Ergebnisse wird der Waldvorrat bewertet und im Rahmen einer Forsteinrichtung ein Vorschlag für die Bewirtschaftung in den nächsten 10 Jahren unterbreitet. Hiermit wird sich der Gemeinderat in zweiten Jahreshälfte 2020 beschäftigen.

Das beherrschende Thema für die Förster sind jedoch derzeit die Auswirkungen des Klimawandels mit Dürre und Trockenheit, welche in besonderem Maße die Entwicklung des Borkenkäfers begünstigt. Mit 4,5 Mio. Festmetern Schadholz in den Wäldern Baden-Württembergs im Jahr 2019 liegt dieser Wert auf Rekordniveau. Auch in Bingen bestimmte das sogenannte Käferholz mindestens 40% des Gesamt-Einschlags; ein noch nie dagewesener Wert. Die Prognosen für die Zukunft lassen keine Entwarnung zu. Das Rezept, dieser Entwicklung Herr zu werden, ist ein Umbau des Waldes mit zukunftsfähigen Baumarten, sowie die Stabilisierung auf beherrschbare Durchmesser und Höhen der Bäume.

War der Wald in den letzten Jahren und Jahrzenten in finanzieller Hinsicht ein wichtiger Faktor für den Gemeindehaushalt, so müssen in nächster Zukunft vermutlich kleinere Brötchen gebacken werden. Lag zum Beispiel das Holzpreisniveau für das beste Sortiment bei der Fichte im Jahr 1999 (vor Sturm Lothar) noch bei rund 90 € je Festmeter, so sank es in der Folge deutlich ab. In den sturm- und käferholzfreien Jahren 2010 bis 2017 hingegen konnte man rund 100 € einnehmen. Die Folge waren deutliche Gewinne und ein finanzieller Beitrag zu den Einnahmen der Gemeinden. Seit zwei Jahren hingegen sinken die Holzpreise mit einem Tiefpunkt in diesem Jahr von zum Teil unter 50 € je Festmeter. Teilweise ist es nicht einmal mehr möglich die Aufarbeitungskosten des Holzes wieder hereinzubekommen.

Trotz der ungünstigen Umstände warf der Gemeindewald im Jahr 2018 noch 73.000 € ab. Der Käferholzanteil lag dort noch bei kreisweit unterdurchschnittlichen 14 %. In den Jahren 2019 und 2020 erwarten die Forstfachleute allerdings gerade noch eine Null. Sofern sich die Witterungslage im Winterhalbjahr nicht bessert, was die Bodenfeuchte anbelangt, muss man für das kommende Jahr mit einer Fortsetzung der Entwicklung rechnen.

Nach den Vorträgen der Forstfachleute entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, insbesondere um die Frage, wie man auf den Klimawandel reagieren soll. Herr Scham zeigte auf, dass man sich schon seit vielen Jahren auf diese Situation vorbereitet. Die Heftigkeit der Wetterextreme in den vergangenen zwei Jahren hat die öffentliche Debatte allerdings angeheizt. Die Maßnahmen, die die Förster in Richtung Waldbau getroffen haben werden sich naturgemäß erst in vielen Jahren auswirken. Solange heißt es, Geduld zu bewahren. Der Wald braucht Zeit um zu wachsen. Anschließend segnete der Gemeinderat den Forstwirtschaftsplan 2020 mit einem erwarteten Gewinn von 10.000 EUR ab.

Leider musste sich der Bürgermeister in dieser Sitzung von zwei bewährten Forstkollegen verabschieden. Altershalber tritt Forstdirektor Jörg Scham (Bildmitte) Mitte des Jahres 2020 in den Ruhestand. Dann wird er 14 Jahre lang für die Gemeinde zuständig gewesen sein. Herr Scham ist es hervorragend gelungen, komplizierte Sachverhalte einfach und verständlich zu erklären. So verdeutlichte er immer wieder die Zusammenhänge vom Aufwuchs der Bäume bis hin zur Vermarktung der Produkte. So früh schon wies er auf die Folgen des Klimawandels und dessen Bedeutung für den Waldbau hin. Der Bürgermeister hob seine offene Art hervor und überreicht ihm als Dank ein Geschenkkorb.

Durch die Forstreform zum 01.01.2020 werden auch die Reviergrößen im Landkreis verändert. Künftig wird Förster Günther Letsch die komplette Gemeinde betreuen. Förster Lorenz Maichle, welcher neben den Gemeinden Sigmaringendorf und Scheer auch für Hitzkofen zuständig war, scheidet deshalb bei uns aus. Sein Revier erstreckt sich künftig von Sigmaringendorf bis nach Herbertingen. Bereits im Jahr 1984, also vor 35 Jahren, übernahm Lorenz Maichle den Hitzkofer Wald. Mit großem Sachverstand übte er dieses Amt aus. „Unser Wald war in guten Händen“, lobte ihn der Bürgermeister. Auch Lorenz Maichle erhielt ein Abschiedsgeschenk der Gemeinde.

Abwassergebühren steigen
Im dreijährigen Rhythmus kalkuliert die Gemeindeverwaltung die Abwassergebühren neu. Durch die Zusammenfassung mehrerer Jahre werden Sprünge vermieden und mehrere Faktoren geglättet. Der gravierendste Einflussfaktor auf die künftige Kalkulation ist der Kostenanteil für das ehemalige Kasernengelände, welches an die Kläranlage in Sigmaringendorf angeschlossen ist. Durch den deutlichen Rückgang der Belegungsstärke im Gegensatz zu früheren Jahren wird der Abrechnungsschlüssel für die Stadt Sigmaringen günstiger als in den Vorjahren. Durch den hohen Fixkostenanteil auf der Kläranlage müssen deshalb die Gemeinden Sigmaringendorf und Bingen künftig tiefer in die Tasche greifen. Trotz weiterer Einflussfaktoren, welche teilweise auch gebührenmindernd wären, verbleibt bei der Schmutzwassergebühr unter dem Strich eine Belastung von 12 Cent pro Kubikmeter. Auch der Niederschlagswasseranteil müsste um 1 Cent pro Quadratmeter angehoben werden, um volle Kostendeckung zu erreichen. Gemeindekämmerer Robert Kromer zeigte den Gemeinderäten die Herleitung der Gebührenobergrenze. Mit einem Vergleich unter den Kreisgemeinden machte er außerdem deutlich, dass man selbst nach einer 5%-igen Gebührenerhöhung unter dem Durchschnitt liegt.

Nach der Aussprache beschloss der Gemeinderat die Erhöhung der Abwassergebühren zum 01.01.2020 von 2,45 EUR/m³ auf 2,57 EUR/m³ (Schmutzwasser) und von 0,41 EUR/m² auf 0,42 EUR/m² (Niederschlagswasser). Die entsprechende Änderung der Abwassersatzung ist an anderer Stelle im Blättle veröffentlicht.

Baugesuche
Der Gemeinderat erteilte das Einvernehmen zum Bau eines Einfamilienwohnhauses im Alemannenweg sowie zur brandschutztechnischen Ertüchtigung der Grundschule.

Deckreisig

Im Gemeindewald Bingen  kann an liegenden Fichten und Tannen Deckreisig geschnitten werden. Die Bäume wurden im Distrikt 4 Hitzkofen  Abteilung  5 Unterer Brentenhau gefällt.

Bitte beachten sie die Absperrungen!